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St. Wenzeslaus
Festtag: 28. September
auf Münzen von Böhmen, Breslau



Böhmen, Wratislaus II. 1061-86 :   Denar, Prag     Ø 15 mm, 0,80 g.
Vs.:   VDATIZLAVDV   -   Wratislaus, Brustbild mit Fahne nach links.
Rs.:   +SCS WECESVS   -   St. Wenzeslaus, Brustbild nach rechts.



Böhmen, Ludwig II. Jagiello, 1516-26 :   Dukat o.J., Prag.     Ø 22 mm, 3,40 g.
Vs.:   LVDOVICVS:PRIMVS:R:BOEMIE:  -  böhmische Löwe im Schild, darüber ein gekröntes L.
Rs.:   S VENCSL - AVS DVX BO
hl. Wenzel im Harnsich steht von vorn, die Linke hält eine Fahne, die Rechte einen halb verdeckten Adlerschild, zwischen seinen Füssen das Wappen des Münzmeisters Wilhelm Kostka von Postupic.


Wenzeslaus, der Sohn des christlichen Herzogs Wratislaw I. von Böhmen und der Heidin Drahomira, wurde um das Jahr 904 geboren und von seiner Großmutter, der Hl. Ludmila, im christlichen Glauben erzogen. Nach dem Tode seines Vaters und einer kurzen Regentschaft Drahomiras, welche die Hl. Ludmila ermorden ließ, übernahm Wenzeslaus 928 die Herrschaft in Böhmen. Der junge Herzog förderte die Christianisierung seines Landes, die Geistlichkeit und den Kontakt seiner Untertanen mit anderen christlichen Staaten. Er anerkannte Heinrich den Vogler als Nachfolger Karls des Großen und als seinen eigenen Oberherrn. Dem Wirken des Herzogs Wenzeslaus ist es weitgehend zuzuschreiben, daß sich die böhmische Kirche Rom anschloß, wodurch sich Böhmen für die Zukunft politisch und kulturell nach dem westlichen Europa ausrichtete.
Mit seiner Außenpolitik und der Förderung des Christentums forderte Wenzeslaus die unzufriedene Partei seines Bruders, der als Boleslaw der Grausame in die Geschichte eingehen sollte, heraus, und am 28. September 935 wurde der Herzog in Alt-Bunzlau erschlagen. Seine Gebeine wurden 938 in den von ihm begonnenen St. Veits-Dorn in Prag überführt, wo im Jahre 1373 eine dem berühmten Peter Parler zugeschriebene Statue des Heiligen in der Wenzel-Kapelle aufgestellt wurde.
Noch zu Lebzeiten seines Bruders und Nachfolgers, des 967 gestorbenen Herzogs Boleslaw I., entwickelte sich der Kult des ermordeten Herzogs, der zum ersten slawischen Heiligen wurde. Seit 985 wird das Fest des Heiligen Wenzeslaus gefeiert, und schon zu Beginn des 11. Jahrhunderts galt er als Patron Böhmens und später auch als Symbol der tschechischen Unabhängigkeit.
St. Wenzeslaus wird gewöhnlich in Rüstung mit Waffenrock, Mantel und Herzogshut dargestellt. Seine Attribute sind Zepter, Schwert, eine grüne Fahne oder eine Lanze und ein Schild mit einem schwarzen Adler.
Hans Herrli, MünzenRevue 9/1991, S.1016
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia



Stadt Breslau :   Dukat 1531.     Ø 22 mm, 3,49 g. Friedb.445.
Vs.:   MO◦AVR◦VRATISLAVIENsis◦I531  -  Wappen von Breslau.
Rs.:   ◦S◦WENCES - LAVS◦Dux◦Bohemiae
hl. Wenzel im Harnsich steht von vorn, die Rechte hält eine Fahne mit spitzen Fuss,
die Rechte ein Schwert mit einem Schild.



Böhmen, Matthias, 1608-12-19 :   Dukat 1611, Prag.     Ø 22 mm, 3,45 g.   Friedb.19.
Vs.:   MATTHIAS·II·D·G· - (Mz.) - HVN·ET·BO·REX   -   Der gekrönte und geharnischte Kg. Matthias steht nach r. mit Schwert, mit der Rechten das Zepter schulternd, Reichsapfel in der erhobenen Linken.
Rs.:   S·WRNCESLAVS - PAT·BOHEM   -   Gekrönter und geharnischter St. Wenzel steht v. v.,
in der Rechten Fahne, die Linke auf den Adlerschild gelehnt.

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