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St. Vultus (Volto Santo) von Lucca
Fest am 14. September
auf Münzen von Luca



Republik Lucca :   Grosso, um 1260.     Ø 20 mm, 1,71 g.
Vs.:   +·OTTO REX·     Monogramm von Otto IV.
Rs.:   +·Sanctus.VVLT'us·DE LVCA·     Kopf des Heiligen.


Die toskanische Stadt Lucca, seit 180 v. Chr. eine lateinische Kolonie im Römischen Reiche, fiel im 6. Jahrhundert an Ostrom und später an die Langobarden und die Markgrafen der Toskana. Die Schwäche der deutschen Kaiser führte 1107 zur Errichtung einer Republik, die unter der Führung Castruccio Castracanes (1316-1328) ihre Blüte erreichte und 1556 durch eine Oligarchie abgelöst wurde, welche bis zur französischen Invasion im Jahre 1799 Bestand hatte. Lucca, das von 1805 bis 1814 ein Fürstentum der Bonaparte und von 1817 bis 1847 ein Herzogtum war, gehörte ab 1847 zum Großherzogtum der Toskana und seit 1860 zum Königreich Italien.
Der silberne Grosso der Republik Lucca gleicht den zahlreichen italienischen Städtemünzen, welche das Bild eines Heiligen, gewöhnlich des Stadtpatrons tragen und dessen Namen in der Umschrift nennen. Verfasser von Verkaufs- und Auktionskatalogen wollen denn auch im Bilde der Vorderseite unserer Münze immer wieder den Kopf des Sankt Vultus erkennen. Suchen wir nun außerhalb von Münzen nach Spuren dieser Person, so finden wir, daß in der Kirche San Frediano zu Lucca die drei Heiligen, die in näherer Beziehung zur Stadt standen, begraben liegen: St. Frigidian (oder italienisch San Frediano), ein irischer Prinz, der 560 zum wahrscheinlich ersten Bischof von Lucca geweiht und später zum Schutzheiligen der Stadt wurde; der heilige Richard von Wessex, der Vater St. Willibalds, des Patrons von Eichstätt, und die heilige Zita, die im 13. Jahrhundert als fromme Dienstmagd in Lucca lebte. Wir werden aber sowohl in S. Frediano als auch anderwärts in Lucca oder überhaupt in der ganzen Christenheit vergeblich nach dem Heiligen namens "Sanctus Vultus" (der Ausdruck bedeutet: "Heiliges Antlitz") forschen, denn diesen Namen trägt nicht ein Mensch, sondern ein Kruzifix, das besser unter seinem italienischen Namen "Volto Santo" bekannt ist. Das wundertätige, in Lucca hochverehrte Kruzifix stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und dürfte aus dem Orient nach Italien gebracht worden sein. Es befindet sich heute in einer achteckigen, von dem aus Lucca stammenden Bildhauer und Architekten Matteo Civitali (1436-1501) errichteten Kapelle der Kathedrale San Martino, der erzbischöflichen Kirche von Lucca, an der vom 11. bis 15. Jahrhundert immer wieder gebaut wurde.
Ob der Grosso einen Heiligen oder eine andere Person aus dem christlich-religiösen Umfeld zeigt, ist höchst zweifelhaft. Das Porträt, das dem Christus des Volto Santo kaum gleicht, soll möglicherweise Kaiser Otto IV. darstellen.
Hans Herrli, MünzenRevue 12/1992, S.1498
Verständlicherweise in heiligenlexikon.de nicht gefunden. Siehe auch Wikipedia.

Vom Mittelalter zur Renaissance:


Republik Lucca :   Grosso, 16. Jh.     Ø 21 mm, 1,72 g.
Vs.:   Ꮻ ·CAROLVS·IMPERATOR·   Titel Ks. Karls V.   -   L V C A im Vierpass.
Rs.:   ·SANCTVS - VVLTVS   -   Gekrönte Büste des Hl. Vultus.
hier zwei Schreibfehler:   CAROLVS·INPERATOR  //  SANCTVS - VVLCTVS

und weiter zum Barock:


Republik Lucca :   Doppia o da 2 Scudi d'oro, 1749.     Ø 22 mm, 5,54 g.
Vs.:   RESPUBLICA LUCENSIS   -   Das Wappen von Lucca.
Rs.:   SANCTVS VULTVS   -   Gekrönte Büste.

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