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Festtag: 9. Feb. bzw. 17. Feb. dei der griechischen Kirche.
auf Münzen von Byzanz und Casale-Montferrat



Byzanz, Manuel I., 1143-80:   Elektron Aspron Trachy aus Konstantinopel (1160-1164)
Ø 32 mm, 4,46 g.     [Die Münze ist in einer grauen Fassung eingelassen.]
Christus steht zwischen zwei Sternen sowie MP - XC
Manuel I. und der nimbierte Hl. Theodor, beide mit Schwertern und ein Partiarchenkreuz
auf einem Globus haltend, eingerahmt von ihren Namen.



Casale-Montferrat, Guglielmo (Wilhelm) II. Paleologo 1494-1518 :   Cavallotto o.J.
Ø 29 mm, 5,57 g.
Wappen / St. Theodor kämpft zu Pferde gegen den mehrköpfigen Drachen.



Casale-Montferrat, Guglielmo (Wilhelm) II. Paleologo 1494-1518 :   Cavallotto o.J.
Ø 28 mm, 3,92 g.
Vs.:   GVLIelmus·MArchio·MONTis·FERrATI·ZC[etc]   Büste Wilhelms
Rs.:   ·S· - TEODORVS   St. Theodor kämpft zu Pferde gegen den mehrköpfigen Drachen.



Casale-Montferrat, Bonifacio II Paleologo, 1518-30. :   Testone o.J.   Ø ca. 28 mm, 9,50 g.
Vs.:   ❀BONIFACIVS · MARՃchio · MONT : FERranti · C *
Doppelköpfige Reichsadler mit Kronen.
Rs.:   SANCTVS·TEODORVS·M · - ·   Der Heilige von vorn.
[Erst diie Umschrift identifiziert den Dargestellten.]


Theodor soll gegen Ende des 3. Jahrhunderts in Syrien oder Armenien geboren worden sein. Beim Ausbruch der Christenverfolgung des Jahres 303 war er Rekrut in der Armee des römischen Kaisers Maximian in Amaseia im Pontus, der heutigen Stadt Amasya im nordöstlichen Anatolien. Als Christ wurde er vor den Legionstribun und den Präfekten der Provinz geladen und aufgefordert seinem Glauben abzuschwören. Theodor weigerte sich nicht nur standhaft, sondern er steckte auch noch den Tempel der großen Göttin Kybele im Zentrum der Stadt in Brand. Er wurde deshalb in Euchaita bei Amaseia grausam gemartert, zerfleischt und schließlich im Jahre 306 bei lebendigem Leibe verbrannt.
Der älteste Bericht über das Leben des Märtyrers stammt von Gregor, dem Bruder des hl. Basilius und Bischof von Nyssa, der im Jahre 394 starb. Später wurde die Legende des Groß-Märtyrers immer weiter ausgeschmückt, beispielsweise durch die Übernahme des Drachenkampfes aus der Legende des hl. Georg, der jetzt auch als Bruder Theodors bezeichnet wurde. Im 9./10. Jahrhundert war die Legende des hl. Theodor schon so kompliziert und unübersichtlich geworden, daß man nun zwei verschiedene Heilige des gleichen Namens verehrte. Neben den ursprünglichen Rekruten trat Theodoros Stratelates (Theodor der Heerführer), der aus Euchaita oder Heraklea (heute: Eregli) stammen sollte und über dessen angeblichem Grabe eine prächtige Wallfahrtskirche errichtet wurde. Mit Sicherheit handelte es sich jedoch bei beiden Heiligen um ein und dieselbe Person.
Dargestellt wird Theodor, der Patron der Soldaten und Armeen, als römischer Krieger mit Schild und Lanze, manchmal auch mit einer Fackel in der Hand und einer Dornenkrone auf dem Kopfe. Wie St. Georg und der Erzengel Michael erscheint St. Theodor oft als Kämpfer gegen einen Drachen.
St. Theodor und St. Georg sind die beiden großen Soldatenheiligen der griechischen Welt. Vor allem im byzantinischen Reich, das fast zu jeder Zeit an einer seiner Grenzen einen Angriffs- oder Verteidigungskrieg führte, wurden sie immer wieder von Ikonenmalern dargestellt, auf Münzen gesetzt und an zahlreichen Orten verehrt. Während aber St. Georg auch im Westen sehr populär wurde, gilt dies für Theodor nicht im gleichen Umfange, obwohl Reliquien des Heiligen nach Venedig, Brindisi, Gaeta und Chartres gelangten. Theodor war sogar vor St. Markus der Patron von Venedig, doch war diese Stadt nicht nur in ihrer Frühzeit ein Teil des byzantinischen Reiches, sondern sie blieb kulturell bis zu seinem Untergang immer stärker durch Byzanz geprägt als andere Teile Europas.
Auch das Erscheinen St. Theodors auf Münzen der norditalienischen Markgrafschaft Montferrat ist auf byzantinischen Einfluß zurückzuführen. Als die männliche Linie der Markgrafen ausstarb, fiel die Herrschaft an den Sohn des byzantinischen Kaisers Andronikos II Palaeologos (1282-1328) und der Irene von Montferrat, der Erbin des fränkischen Anspruchstitels einer Königin von Thessaloniki. Die in Montferrat herrschende jüngere Linie der Palaeologen wies nicht nur mit dem oströmischen Soldatenheiligen St. Theodor, sondern auch mit dem Wappen der Palaeologen und dem byzantinischen Doppeladler auf ihren Münzen auf ihre kaiserliche Abstammung hin.
Hans Herrli, MünzenRevue 2/1991, S.158f
Siehe auch heiligenlexikon.de.

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