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St. Theobald von Provins
Festtag: 30. Juni
auf Münzen von Thann im Elsass



Stadt Thann im Elsass :   Plappart o. J. (um 1380)     Ø 23 mm.
Vs.:   +MOnETA¤nOVA TAnnEnSIS   -   Wappen von Than im Dreipass.
Rs.:   ST TEOBAL - DVS¤EPiscopuS¤   -   Der sitzende Hl. mit Krummstab segnet mit der Rechten.



Stadt Thann :   Dicken 1499.     Ø 28 mm, 7,23 g.   Schulten 3490, Early Dated 504
Vs.:   +MOnETA:nO'.TAnnEnSIS·1499
Wappen von Thann auf einem Blumenkreuz im leicht verzierten Vierpass.
Rs.:   ·S:ThEOBA - LDVS:EPiscopu
Der hl. Theobald thront von vorn mit Krummstab und zum Segen erhobener Rechten.



Stadt Thann :   Dicker Guldiner (2 Taler) 1511.     Ø 43 mm, 59,12 g.
Vs.:   ᙕ MONETA:NOVA:ARGENTEA:TANNENSIVM::
Zwei Löwen halten das Stadtwappen, darüber ein Band mit der Jahreszahl.
Rs.:   ¤ S:ThEOBALDVS:EPS:TANENSIVM:PATRONVS
Der Hl. Theobald mit Krummstab und segnender Rechten sitzt zwischen zwei Pilgern, darüber zwei Engel.


St. Theobald wurde um 1017 in Provins (südöstlich von Paris) in die Familie der Grafen von Brie und der Champagne geboren. Da er nicht Krieger werden wollte, verließ er seine Familie heimlich und zog mit einem Freund zuerst nach St. Remi bei Reims und dann nach Pettingen in Luxemburg, wo sich die beiden ihren Lebensunterhalt als Bauernknechte und Maurer verdienten. Nach einer Pilgerfahrt nach dem berühmten spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela und nach Rom ließen sich die beiden Freunde als Einsiedler beim Kamaldulenserkloster Vangadizza in der Nähe der oberitalienischen Stadt Vicenza nieder. Hier wurde Theobald vom Abt Petrus zum Priester geweiht und im Jahre 1056 in den Kamaldulenserorden aufgenommen. Theobald starb am 30. Juni 1066. Er wurde zuerst in der Kathedrale von Vicenza beigesetzt, später wurden seine Gebeine in die Abtei Vangadizza überführt.
Theobald wurde bereits von Papst Alexander II. (1061-1073), seinem Zeitgenossen, heiliggesprochen. Reliquien des Heiligen gelangten nach Vicenza, Adria und Sens, wo Arnulf, der Bruder St. Theobalds, als Abt dem Kloster Ste Colombe vorstand. Das weitaus wichtigste St. Theobald-Heiligtum lag aber im elsässischen Thann, einem Ort westlich von Mühlhausen, der sich im Spätmittelalter zu einem internationalen Wallfahrtsort von europäischer Bedeutung entwickelte. Nach der Gründungslegende der Kathedrale von Thann soll ein Diener Theobalds ein Stück des Daumens des Heiligen in seinem Pilgerstab verwahrt haben. Bevor er sich in einem Walde bei Thann zum Schlafe legte, lehnte er seinen Stab an drei Tannen. Nach dem Erwachen konnte er ihn nicht mehr von den Bäumen, über denen ein Licht erglänzte, lösen. Engelhard, der Herr der nahen Engelburg, ließ am Orte dieses Wunders umgehend eine erste Wallfahrtskapelle bauen. Mit dem Bau der heutigen Wallfahrtskirche, die neben der Daumenreliquie auch die Sandalen des Heiligen besitzt, wurde im Jahre 1307 begonnen, doch wurde sie erst im 16. Jahrhundert vollendet.
St. Theobald, ein Patron der Köhler, Gerber und Schuhmacher, wird als Ritter, als Einsiedler, oft aber auch, z. B. in Thann, als Bischof dargestellt. Da der Kamaldulensermönch nie Bischof war, scheint es sich hier um eine Verwechslung mit einem Onkel des Heiligen, dem Bischof Theobald von Vienne, oder aber mit dem 1166 gestorbenen St. Ubaldus (die lateinische Form des Namens Theobald), dem Bischof der italienischen Stadt Gubbio, zu handeln.
Hans Herrli, MünzenRevue 6/1992, S.717
Siehe auch heiligenlexikon.de.

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