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Apostel Simon und Judas
Festtag: 28. Oktober
auf Münzen von Goslar und Friesland


Friesland, Egbert II.(1068-90) :   Denar o.J., Staveren.     Ø ? mm, 0,50g.   Dannenberg 532.
Gekrönter Kopf von vorne zwischen zwei Blüten. // Kreuz über den Köpfen der Apostel Simon und Judas.



Reichsmünzstätte Goslar, Hermann von Luxemburg, Gegenkönig 1081-88 :   Denar
Ø ca. 19 mm, 0,95 g.   Dannenberg 676, Kluge 191.
Vs.:   HERIMANNVS REX   -   Bekröntes Brustbild von vorn mit Kreuzstab und Lilienzepter.
Rs.:   S SIMON S IVDAS   -   Nimbierte Brustbilder von Simon und Judas nebeneinander.



Goslar, königl. Münzstätte, anonym :   Pfennig, Anfang 13. Jh.
Ø 23 mm, 0,54g.   Berger 1219 var. (dort APOS)
+S. SIMON. S. IVDAS. APO
Die Köpfe der Apostel Simon und Judas, oben Kreuz, unten Stern und 3 Ringel.


Judas Thaddäus und Simon der Zelot, die in der katholischen Kirche gewöhnlich gemeinsam verehrt werden, gehören zu den zwölf Aposteln. Sie gelten als Brüder Jakobs des Jüngeren und nach dem im Mittelalter verbreiteten Stammbaum der "Heiligen Sippe" als Vettern Jesu, Jakobs des Älteren und des Evangelisten Johannes, mit denen sie die Großmutter Anna gemeinsam haben.
Im Neuen Testament werden die beiden Apostel nach Pfingsten nicht mehr erwähnt, doch erzählt die Legende, daß Judas vom Apostel Thomas zu König Abgar von Edessa gesandt wurde und später in Syrien und Mesopotamien missionierte. Zusammen mit Simon, der zuerst in Ägypten lehrte, kam Judas dann nach Persien, wo die beiden Baradach, dem General des Königs von Babyion, einen bevorstehenden Sieg und anschließenden Friedensschluß richtig voraussagten. Daraufhin wurden die zwei Apostel vor König Xerxes geführt, den sie mit seinem ganzen Hofstaat und einer großen Zahl seiner Untertanen tauften. Durch eine Reihe von Wundertaten demonstrierten die christlichen Glaubensboten die Machtlosigkeit der einheimischen Götter und Zauberer, doch fielen sie am Ende in Sufian oder Siani einem Aufstand der Magier zum Opfer. Verschiedene Varianten der Legende geben für die Märtyrer auch verschiedene Todesarten an: Sie wurden erstochen oder enthauptet, nach einer verbreiteten Version wurde Judas jedoch mit einer Keule erschlagen und Simon zersägt. Ein Hagelwetter erschlug anschließend die Mörder; die Leichen der beiden Apostel ließ der König bestatten, und über ihrem Grab wurde eine große Kirche errichtet. Im 7. oder 8. Jahrhundert sollen die Reliquien der Heiligen in die Peterskirche in Rom überführt worden sein; Teile davon gelangten später auch nach Reims, Toulouse und Köln.
Simon ist der Patron der Holzfäller und Waldarbeiter; Judas hatte lange keine besonderen Schutzaufgaben, doch seit dem 18. Jahrhundert ist er vor allem im englischen Sprachgebiet für hoffnungslos erscheinende Fälle aller Art zuständig. Diese Entwicklung wird in recht origineller Weise begründet, denn es heißt, daß der Heilige früher nie angerufen wurde, weil er immer mit Judas, der Christus für 30 Silberlinge verriet, verwechselt wurde. Der arbeitslose St. Judas verfügte daher über genügend Zeit und Muße, um sich auch ungewöhnlich schwierigen und zeitraubenden Problemen widmen zu können.
Judas wird gewöhnlich mit einer Keule, Simon mit einer Säge dargestellt. So erscheinen die bei den zum Beispiel auf Kupferstichen Martin Schongauers von 1491 und Israel van Meckenems (um 1500), aber auch auf der Münze aus Goslar. Seltener findet man St. Judas auch mit einem Beil oder einer Hellebarde, einem Schwert oder den Hagelsteinen, die seine Mörder erschlugen, einem Buch oder einem Schiff, St. Simon mit einem Fisch oder einem Boot.
Hans Herrli, MünzenRevue 10/1991, S.1132f



Stadt Goslar :   Bauerngroschen o.J. (1477/1481)     Ø 28 mm, 2,61 g.
Vs.:   MONETA NOVA - GOSLARIEN     Behelmter Stadtschild (Adler).
Rs.:   SANCTVS*SIMON - ET*IVDA
Die Hl. Simon mit Säge (r.) und Judas mit Keule (l.) stehen nebeneinander,
zwischen den Füßen ein Dreiblatt.

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