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St. Quiriacus von Ancona
Festtag: 4. Mai
auf Münzen vom Ancona, Frauenabtei Eschwege



Ancona :   Grosso (um 1300)     Ø 21 mm, 2,37 g.
Vs.:   +·DE ANCONA·     Kreuz.
Rs.:   PP.S·QVI· - ·RIACVS·     St. Quiriacus steht mit segnender Hand und Krummstab.


Der Name Quiriacus ist die latinisierte Form des griechischen Wortes "kyriakos" (dem Herrn gehörend). Einige europäische Sprachen haben den Namen nicht aus dem Lateinischen, sondern direkt aus dem Griechischen übernommen, und man findet daher auch Formen wie Cyriaque im Französischen oder Ciriaco im Spanischen.
Quiriacus und die weibliche Form Quiriaca waren unter den frühen Christen offenbar sehr beliebte Namen, denn sie wurden von nicht weniger als 5 weiblichen und 14 männlichen Heiligen, bis auf einen alles Märtyrer aus der Zeit der römischen Christenverfolgung, getragen.
Ein Opfer kaiserlicher Religionspolitik und Märtyrer soll auch Quiriacus, der legendäre erste Bischof von Ancona gewesen sein, der unter der Regierung des Flavius Claudius Julianus II nach Palästina reiste, um dort die heiligen Stätten zu besuchen und im Heiligen Lande den Tod fand. Nachrichten über die Christenverfolgung des Kaisers, den seine Gegner "Apostata" (den Abtrünnigen) nannten, sind allerdings mit großer Vorsicht aufzunehmen, denn hier wird oft nur allzu deutlich, daß die Geschichte vom Sieger geschrieben wurde. Einige Dekrete des Herrschers, welcher der christlichen Staatskirche ihre gegenüber den Heiden privilegierte Stellung nahm, führten tatsächlich dazu, daß sich religiöse Spannungen gewaltsam und mit Opfern entluden. Es kam auch vereinzelt dazu, daß lokale heidnische Beamte gegen Christen, die sich ihrerseits durch ihre Intoleranz auszeichneten, vorgingen. Von einer organisierten und zentral gelenkten Christenverfolgung konnte aber unter Julianus II., der nur 355-363 n.Chr. regierte, keine Rede sein.
Die Historiker sehen in St. Marcellinus, der im 6. Jahrhundert lebte, den ersten bekannten Bischof des im 4. Jahrhundert gegründeten Bistums Ancona, doch St. Quiriacus wurde zum Patron der Hafenstadt an der Adria, ihm ist ihre im 12. Jahrhundert erbaute Kathedrale geweiht, und er erscheint als ihr Schutzheiliger, als Bischof dargestellt, auch auf ihren Münzen. Das Zentrum der Verehrung des Heiligen lag aber nicht in Italien, sondern im französischen Provins, dem Provinum der Römer, ungefähr 85 Kilometer südöstlich von Paris. Aus dem Heiligen Lande gebrachte Reliquien des Märtyrers, die dort in St. Quiriace, einer ihm geweihten Kirche gezeigt wurden, zogen Scharen von Pilgern an. Dies veranlaßte den Grafen Heinrich I. der Champagne, welchem die Nachwelt den Beinamen "der Freigiebige" beigelegt hat, dem Heiligen ein größeres und prächtigeres Gotteshaus zu errichten, ein Bau, dessen Kuppel, gekrönt von einer Statue der hl. Helena, westlich von Rom nicht ihresgleichen hatte. Nebst dem benachbarten Schloß war diese Kirche das würdige Kennzeichen der im Mittelalter berühmten Tuchmacher- und Messestadt mit zahlreichen, heute zum großen Teil verschwundenen Kirchen, Spitälern und Pilgerhospizen, deren Bevölkerung im 12. Jahrhundert 60000 Menschen zählte, die aber heute auf nur noch ungefähr ein Fünftel dieser Zahl abgesunken ist.
Hans Herrli, MünzenRevue 5/1991, S.530
Siehe auch heiligenlexikon.de.



Eschwege, Frauenabtei, Äbtissin Gertrud 1180-88 :   Brakteat     Ø ? mm, 0,80 g.
ABBATISSAGER - DRVTINREN-SV-VE   -   Umschrift zwischen Perlkreisen.
In unten offener und oben in 3 Bögen endender Perleinfassung auf Bogen sitzender Stiftspatron, der Hl. Quiriacus, Palmenzweig und Buch haltend. Über linkem Arm hängt Manipel herab. Rechts sitzende Äbtissin, rechte Hand segnend und in der linken Hand einen Lilienstab haltend. Neben dem Kopf je ein Punkt. Oben zwischen beiden GE und unten Kuppelturm auf Bogen. Über dem Dreierbogen in der Mitte großes Gebäude, rechts und links je 1 Gebäude mit Kuppelturm.

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