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St. Nikolaus von Myra
Festtag: 6. Dezember
auf Münzen von Freiburg im Üchtland (CH), Atri (Abruzzen), Kampen (NL)



Stadt Freiburg im Üchtland :   Dicken o. J. (um 1500).     Ø 29 mm, 9,64 g.
Vs.:   +:MOnETA:nOva:FRIBVRGI·   -   Freiburger Stadtwappen mit Zähringeradler.
Rs.:   ·¤SAnCTVS¤nICOLAVS·   -   Büste des hl. Nikolaus schräg n. r.



Freiburg im Üchtland :   Dicken aus der 2. Hälfte des 16. Jhs.     Ø 29 mm, 9,58 g.
Vs.:   +:MONETA:NOVA:FRIbVRGI·   -   Freiburger Wappen mit Zähringeradler.
Rs.:   ·SANCTVS - NICOLAV's
thronende heilige Nikolaus von Myra v.v., mit Krummstab und dem Evangelienbuch mit 3 goldenen Kugeln.



Freiburg im Üchtland:   Guldiner o. J. (nach 1530).     Ø 43 mm, 31,85 g.   Dav.8728.
Vs.:   +·CVDEBAT·RESPVB·FRIBVRGI·HELVETIORVM·   "geprägt vom Kanton ..."
Freiburger Wappen mit Adler in einer gotischen Bogeneinfassung.

Rs.:   ESTO·NOBIS·DNE·TURR· - FORTIT·A·FACIE·INIMI· | SANCTVS·NI - COLAVS·
"Sei uns, Herr, ein Turm der Kraft angesichts unserer Feinde"
Der hl. Nikolaus steht im Bischofsornat mit Krummstab und den drei goldenen Kugeln
auf dem Evangelienbuch als Attribut.


Bei Demre, an der Südküste Kleinasiens, sieht man die Ruinen einer Akropolis, eines römischen Theaters und fast 100 gut erhaltene, in den Fels gehauene Gräber, doch liegt der größte Teil der einst bedeutenden Stadt Myra, der Metropolis des antiken Lykien, unter Schwemmland begraben. In der Bischofsliste der Stadt erscheint der Bischof Nikolaus, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts lebte, um 350 starb und von dem es heißt, daß er um 310 anläßlich einer Christenverfolgung vorübergehend eingekerkert und mißhandelt wurde, ein Schicksal, das für überzeugte und standhafte Christen in Asien in der Zeit zwischen Diokletian und Konstantin dem Großen eher die Regel als die Ausnahme bildete.
Ungefähr 200 Jahre nach seinem Tode begann sich die Verehrung des wohltätigen Bischofs von Myra zuerst im Bereich der griechischen Christenheit, später aber auch im westlichen Abendland und in Rußland auszubreiten. Der Ruf des Nikolaus, der auch Seefahrer im Sturme beschützte, wurde so groß, daß im Jahre 1087 normannische Piraten aus Süditalien die Gebeine des Bischofs raubten und nach Bari in Apulien verschleppten. Hier wurde zu ihrer würdigen Unterbringung die romanische Basilika S. Nikola, eine der sehenswertesten Kirchen Süditaliens erbaut und bereits 1089 geweiht. In Myra blieb ein leerer Sarkophag zurück, der noch heute in einer Kirche bei Demre gezeigt wird.
Nikolaus ist der Patron zahlreicher Kirchen, doch auch von Rußland, von Bari und von Freiburg im Üchtland, einer Stadt, die den Heiligen auch auf ihre Münzen setzte. Der Bischof aus Lykien wurde auch zum Schutzheiligen der Seeleute, Weber, Schneider, Metzger, Juristen und Gefangenen, vor allem aber der Kinder, denen er am 6. Dezember Geschenke bringt. Nikolaus wird sowohl um Beistand für eine glückliche Ehe wie um Schutz gegen die Gefahr eines Fehlurteils eines Gerichtes gebeten.
Während gewöhnlich die Zahl der Attribute eines Heiligen recht klein ist, wurden für St. Nikolaus eine Reihe ganz verschiedener Darstellungen üblich. Er erscheint als Bischof
- mit Schiff und Anker, weil er Seeleute, die zu ihm beteten, aus einem Sturme rettete.
- mit 3 Broten, weil er durch seine Gebete die Stadt Myra vor einer Hungersnot bewahrte.
- mit 3 einem Fasse entsteigenden Jünglingen, die ein Metzger geschlachtet und eingepökelt, St. Nikolaus aber wieder zum Leben erweckt hat.
Am bekanntesten ist aber die Darstellung, die auch die Münzen von Freiburg zeigen, mit einem Evangelienbuch und 3 darauf liegenden goldenen Äpfeln. Sie erinnert daran, daß der bischöfliche Wohltäter 3 Jungfrauen, die ihr Vater aus Geldmangel an ein Freudenhaus verkaufen wollte, durch ein offenes Fenster 3 goldene Äpfel, nach einer anderen Version auch 3 Beutel mit Goldmünzen, als Aussteuer zuwarf.
Wir kennen St. Nikolaus heute als bärtigen Mann in einem Kapuzenmantel, mit Rute und Sack, der in Europa von einem Esel begleitet wird, in Amerika aber in einem Rentierschlitten fährt. Diese Metamorphose des volkstümlichen Heiligen ist modern, doch hat sie einen so hohen Bekanntheitsgrad erreicht, daß inzwischen alle anderen Erscheinungsformen des St. Nikolaus im Volke dem Vergessen anheim gefallen sind.
Hans Herrli ,  MünzenRevue 12/1989, S.1194f
Siehe auch heiligenlexikon.de.

Hinweis: Wilhelm Rentzmann kennt in seiner Aufstellung der Heiligen, die auf Münzen dargestellt wurden neben "Nicolaus aus Myra" auch ein "Nicolaus episcopus aus Ancona". Letzterem schreibt er viele Münzen zu, auch obige aus dem Canton Freiburg. heiligenlexikon.de kennt weitere Heilige mit Namen Nikolaus, aber keinen "Nicolaus aus Ancona". Wir finden auch nachfolgende Münzen, die wir weder mit dem Heiligen aus Ancona noch aus Myra verbinden können:


Atri (Abruzzen), Matteo di Capua, 1462-64 :   Bolognino.     Ø 15 mm, 0,51 g.   Biaggi 280.
Vs.:   (Wäppchen von Capua) ADRIANA   -   Im Feld: U·R·B·I'· als Kreuz um einen Punkt angeordnet.
Rs.:   S·NICOLAVS·   -   Büste des hl. Nikolaus mit Mitra und Nimbus v.v.



Kampen (gemeinsam mit Deventer & Zwolle) :   Taler o.J. (1538), Kampen.
Ø 38 mm.   Dav.8528.
Vs.:   ·MOneta·NOva·TRIVm.CIV - ITatum·IMPERIAlium
St. Nikolaus, Schutzpatron der Stadt Kampen, in ganzer Figur mit segnender Rechten und Krummstab.
Rs.:   +DAVENTRIE+CAMPENSIS+ZWOLLENSIS
Wappen von Deventer, Kampen und Zwolle im Dreieck verbunden.
Die anderen beiden Reichsstädte der Münzgemeinschaft verehren eigene Stadtheilige:
St. Lebuin (Deventer) und Erzengel Michael (Zwolle).


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