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St. Niklaus von der Flüe
Festtag: 25. September
auf Münzen des Kantons Obwalden



Schweiz, Kanton Obwalden :   Taler 1732.     Ø 38 mm, 27,57 g.   Dav.1780.
Vs.:   MONETA REIPUBL:SUBSYLVANIÆ:SUPERIORIS.     Wappen von Obwalden zwischen 17 - 32.
Rs.:   B:NICOLAUS DE - FLUE.HELV:CATH:PATR:
Der kniende Bruder Klaus in einer gebirgigen Landschaft n.l., mit Nimbus, in den zum Gebet
erhobenen Händen der Rosenkranz, über ihn eine strahlende Sonne als Gottessymbol.


Der im Jahre 1417 auf dem Flüeli bei Sachseln in der Innerschweiz geborene Niklaus lebte bis zu seinem fünfzigsten Lebensjahr mit seiner Frau Dorothea und 10 Kindern als geachteter Bauer, Richter und Ratsherr auf seinem Hof. In den Jahren 1440 bis 1444 nahm er am Krieg gegen Zürich und 1460 am Feldzug gegen die Östreicher im Thurgau teil. Während diesem Kriegszug rettete er das Kloster der Dominikanerinnen von St. Katharinental, das seine Landsleute als Zufluchtsort von Österreichern abbrennen wollten.
Am 16. Oktober 1467 verließ Niklaus von der Flüe seine Familie, um den Rest seines Lebens als wandernder Pilger zu verbringen. Auf dem Weg ins Elsaß machte er aber, von Heimweh geplagt, schon im Liestal wieder kehrt, um fortan in seiner Heimat als Einsiedler zu leben, ein Leben, das ihm verschiedene Visionen als das für ihn richtige aufgezeigt hatten. In einer selbstgebauten Hütte, die er im Ranft, einer Schlucht im Melchtal, baute, lebte Bruder Klaus nun während fast 20 Jahren ohne andere Nahrung als die heilige Kommunion, die er in der Kirche von Sachseln empfing.
Niklaus von der Flüe war ein Mystiker, der schwerste innere Anfechtungen und sogar einen Kampf mit dem Teufel zu bestehen hatte, gleichzeitig aber auch ein mit einem durchaus praktischen Verstand begabter Mensch.
Seine Klause suchten denn auch Ratsuchende aus der Umgebung wie auch aus der Ferne Angereiste auf. Entscheidenden Einfluß auf die Geschicke der schweizerischen Eidgenossenschaft nahm Bruder Klaus anläßlich der Tagsatzung von Stans (am Vierwaldstättersee). Durch eine mahnende Botschaft, die er am 22. Dezember 1481 durch Heimo am Grund, den Pfarrer von Kriens, den Abgesandten der zerstrittenen eidgenössischen Stände, übersandte, gelang es ihm, die Eidgenossenschaft vor dem Zerfall und einem schon fast sicher scheinenden Bürgerkrieg zu bewahren.
Schon bald nach seinem Tode am 21. März 1487 wurde Niklaus von der Flüe in der Schweiz als Wundertäter verehrt, 1669 wurde sein Kult von der katholischen Kirche approbiert, und 1732 wurden seine Gebeine erhoben. (Aus diesem Anlaß wurde der abgebildete Taler geprägt.) Heute ruhen diese in einem silbernen Reliquiar in der Pfarrkirche von Sachseln in Unterwaiden. Der Umstand, daß das Verhältnis zwischen dem Mystiker Niklaus von der Flüe und den Prälaten der römischen Kirche häufig gespannt und von Unverständnis geprägt war, scheint maßgeblich dazu beigetragen zu haben, daß der Einsiedler aus Sachseln erst im Jahre 1947 durch Papst Pius XII. heiliggesprochen und nun auch offiziell zum Landespatron der Schweiz wurde.
Dargestellt wird Bruder Klaus gewöhnlich kniend mit gefalteten Händen, einem Rosenkranz und einem Krückstock, manchmal auch an einem Bache stehend mit einem Holzbecher in der Hand. Gelegentlich findet man auf Bildern auch noch den Dornbusch, in welchen der erzürnte Teufel den ihm widerstehenden Einsiedler geworfen haben soll.
Hans Herrli, MünzenRevue 9/1991, S.1015
Siehe auch heiligenlexikon.de.



Schweiz, Kanton Obwalden :   Dukat 1743.     Ø 21 mm, 3,36 g.   Friedb.349.
Rs.:   Der hl. Niklaus betend auf den Knien in bergischer Umgebung.


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