Startseite Heilige auf Münzen TOUR :  Niklaus von der Flüe


Erzengel Michael
Festtag: 29. September
auf Münzen von Neapel, England, Zwolle, Stift Beromünster, Öttingen
und vom Kirchenstaat




Neapel, Ferdinando I. d'Aragon, 1458-94 :   Coronato, 4. Ausgabe 1488-94
Ø 25 mm, 3,82 g.
Vs.:   FERRANDVS:D:G:R·SICILIE:
gekrönte u. geharnischte Büste, dahinter T (G. Tramontano, Graveur)
Rs.:   ·IVSTA·T - VENDA  -  Erzengel Michael ohne Nimbus sticht Lanze in des Drachen Maul.



England, Heinrich VIII., 1509-47 :   Angel o.J. (1509-26), London     Ø 28 mm, 5,16 g.
Vs.:   hEnRIC VIII DeI GRAcia REX AnGLiae Z(=et) FRanciae  -  Erzengel Michael ersticht den Drachen.
Rs.:   PER CRVCE TVA SALVA NOS XPE RED   "Rette uns durch dein Kreuz, Chrisus, Erlöser"
Schiff, über dem Wappenschild "h" und Rose. Münzzeichen "gekröntes Tor" am Anfanf der Legende.



Hft. Batenburg, Wilhelm v. Bronckhorst, 1556-73 : nbsp; Angelot d'or 1562
nach englischem Vorbild.     Ø 28 mm, 5,02 g.   Delm.690; Friedb.9.
Vs.:   ·MONETA:NOVA:AVREA:BATenburg:Anno:LXII:
W - B über Wappen Batenburg/Bronckhorst auf Schiff.
Rs.:   SAnCTVS·mICHAEL·ARCHAnOEL   -   Erzengel Michael tötet den Drachen.
Der seit ca. 1470 in England geprägte Angel wurde so geschätzt, dass er von niederländischen Münzständen nachahmt wurde. Die Nachahmungen lassen sich an der Legende unterscheiden.



Zwolle (gemeinsam mit Deventer & Kampen) :  Snaphaan 1561 für Zwolle.  Ø 37 mm, 7,06 g.
Vs.:   MOneta·NOva·TR - Ium·CIvitatum·IMPERialium
Der Patron von Zwolle, Erzengel Michael, bekämpft mit einem Säbel den Teufel am Boden.
Rs.:   DAVENTRI - CAMP - EN·3W - OLLEN
Schild mit den drei verbundenen Wappen, in der Kartusche unten das Jahr 61.
Die anderen beiden Reichsstädte der Münzgemeinschaft verehren eigene Stadtheilige:
St. Lebuin (Deventer) und St. Nikolaus (Kampen).


Im Alten Testament der Bibel wird Michael nur im Buche Daniel als Engelsfürst erwähnt; im Neuen Testament kämpft er im Judasbrief mit dem Teufel um die Seele des Moses, und die Geheime Offenbarung schildert seinen Kampf an der Spitze der Engelscharen gegen den Drachen und seinen Anhang. Gemäß der außerbiblischen jüdischen Überlieferung war Michael einer der vier höchsten Engel, der sogenannten Erzengel, der Oberfeldherr des Engelheeres, der Bote und Vertraute Gottes und Bewahrer der Himmelsschlüssel, der Engel des Gerichtes, aber auch der Barmherzigkeit und der spezielle Engel des jüdischen Volkes. Die Christen, welche diese Vorstellungen übernahmen, machten Michael zum Fürsprecher der Menschen vor Gott, zum Führer der Seelen der Verstorbenen und zum Engel des christlichen Volkes und Beschützer der christlichen Kirche.
Seit dem 6. Jahrhundert findet sich im Christentum die Vorstellung vom Kampfe Michaels gegen Luzifer, den einstigen höchsten Engel, der sich gegen Gott auflehnte und dafür in die Hölle gestürzt wurde, eine Vorstellung, die ursprünglich auf einer unrichtigen Interpretation der Apokalypse beruhte.
Der Kult St. Michaels verbreitete sich vom Orient aus ins Abendland, wo die meisten dem Erzengel geweihten Kirchen und Kapellen auf Bergen und Anhöhen errichtet wurden. Am 8. Mai 495 erschien Michael einigen Hirten in einer Grotte am Monte Sant' Angelo, im Gargano-Massiv an der apulischen Adriaküste. An der Stelle dieser Erscheinung ließ Bischof Laurentius von Siponto eine Kirche errichten, die bis heute eine große Zahl von Pilgern anzieht. Dieser Kirche nachgebildet wurde anfangs des 8. Jahrhunderts die auf einer kleinen Insel vor der Küste der Normandie gelegene Benediktinerabtei Mont-Saint-Michel, im Mittelalter einer der großen Wallfahrtsorte, zu dem in den Jahren 1456-58 auch Tausende von Kindern aus Deutschland zogen, und heute immer noch eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Auch Deutschland besaß seine St. Michael geweihten Höhenheiligtümer, wie zum Beispiel die karolingische, heute fast ganz verschwundene Michaelsbasilika auf dem Heiligenberg bei Heidelberg, die einst große Pilgerscharen anzuziehen vermochten.
Im Jahre 590 sah Papst Gregor I. anläßlich einer von ihm angeführten Pestprozession in Rom über dem Grabmal des Kaisers Hadrian den Erzengel Michael, der sein Schwert in die Scheide steckte und damit das Ende der Epidemie ankündigte. Papst Bonifatius IV. (608-615) errichtete dann auf der obersten Plattform des Kaisergrabes eine Michaelskapelle, nach welcher der Bau seither Engelsburg genannt wird. Die heute auf ihrer Spitze thronende Bronzestatue St. Michaels wurde erst 1752 von Peter Anton von Verschaffeit geschaffen.
St. Michael, der Heerführer der Engel, wurde zum christlichen Ritterideal. Unter Fahnen mit seinem Bilde kämpften Langobarden und Normannen, Deutsche im Jahre 955 in der Ungarnschlacht auf dem Lechfeld und Kreuzritter, die für das Reich Gottes gegen Sarazenen und Türken in den Krieg zogen. Der Name des Erzengels wurde vielerorts in Europa zu einem der häufigsten Männernamen - sein berühmtester Träger dürfte der Maler Michelangelo Buonarotti gewesen sein - und seine Beliebtheit im Heiligen Römischen Reich, dessen Patron Michael war, stand wahrscheinlich bei der Entstehung des Begriffs des "Deutschen Michels" Pate.
Kaum ein anderer Heiliger hat so viele Patronate auf sich vereinigt wie St. Michael. Er ist der Schutzheilige der christlichen Kirche und des deutschen Volkes, der Armen Seelen, Sterbenden und Friedhöfe, der nach ihm benannten Orden und Bruderschaften, der Ritter, Soldaten, Kaufleute, Apotheker, Eichmeister und Gewichtemacher, der Bäcker, Glaser, Maler, Vergolder, Blei- und Zinngießer, der Schneider und seit Papst Pius XII. auch der Bankangestellten und Radio- und Elektronikfachleute. Daneben schützt der Erzengel auch gegen Blitz und Unwetter.
In der Kunst erscheint St. Michael in zahlreichen Rollen, von denen die Bibel nichts weiß, so vertreibt er Adam und Eva aus dem Paradies, hindert Abraham, seinen Sohn Isaak zu töten, oder teilt die Fluten des Roten Meeres vor Moses und dem Volke Israel. Seine Posaune erweckt beim Jüngsten Gericht die Toten aus den Gräbern, und er hält die Waage, auf der die Seelen gewogen werden. Vielleicht am häufigsten sehen wir St. Michael aber als ritterlichen Kämpfer, der gewöhnlich den Drachen zu seinen Füßen mit der Lanze ersticht. In dieser Rolle des christlichen Ritters findet sich der Erzengel schon auf byzantinischen Münzen, und auch später entstanden immer wieder Gepräge mit dem Bildnis des himmlischen Drachentöters.
Hans Herrli, MünzenRevue 9/1991, S.1016
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Schweiz, Stift Beromünster :   1/2 Michaelspfennig o.J.     Ø 31 mm, 6,97 g.
Vs.:   BERO COM:DE:LENZB: - FUNDA:ECCL:BERON:720
Behelmter, ovaler Wappenschild auf Schnitzwerkkartusche.
Rs.:   COLLEG:BERO - SVIS - BENEV.D:D.
Der Erzengel Michael mit gezücktem Schwert und Schild besiegt den Teufel mit Blitz und tretend.
Auf dem Schild sein lateinischer Name "Quis ut Deus", "Wer ist wie Gott?"
Das Chorherrenstift Beromünster liegt im Kanton Luzern. Die Gründung des Stiftes wird auf einen Grafen Bero von Lenzburg zurückgeführt, welcher, angeblich im Jahre 720, an der Stelle eine dem Erzengel Michael geweihte Kapelle errichten ließ, wo sein einziger Sohn auf der Jagd von einem Bären erdrückt wurde. Pfennige wie diese wurden u. a. den nach Beromünster kommenden, fremden Musikanten geschenkt. Sie wurden ab 1720 geprägt.


Schweiz, Stift Beromünster :   Michaelspfennig zu 4 Dukaten o.J.     Ø 31? mm, 13,89 g.
Vs.:   Ähnlich wie vor.
Rs.:   Der Erzengel Michael mit gezücktem Schwert und Schild besiegt den Teufel mit Füssen tretend.



Gft. Öttingen, Ludwig Eberhard, 1622-34 :   Taler 1625.     Ø 41 mm.   Dav.7137.
Vs.:   ¤ DA PACEM DOMINE IN DIEBVS NOSTRIS   "Herr, schenke uns Frieden in unseren Tagen"
Der Erzengel Michael mit dem Schwert in der Rechten und dem Öttinger Schild in der Linken
steht auf dem erlegten Drachen.   -   Im Feld :
  ·Ludwig·Eberhard·Graf·Zu·Öttingen· - 1625.
Rs.:  Tittel Ks. Ferdinand II. und gekrö. Doppeladler mit Zepter, Schwert und Reichsapfel in den Fängen.



Kirchenstaat, Urban VIII., 1623-44 :   Piastra 1635, Rom.     Ø 43 mm, 32,00 g.   Dav.4056.
Vs.:  VRBANVS VIII PONT MAX   -   Büste mit Pluviale,
darunter GAS MOLO (Stsch. Gaspare Mola) und AN XII.

Rs.:   VIVIT - DEVS   "Gott ist lebendig"   -   Der Erzengel Michael bekämpft vier gehörnte Dämonen,
darunter im Abschnitt das Wappen des Mzm. Stefano Pallavicino zwischen RO - MA.



Kirchenstaat, Innozenz XII., 1691-1700 :   Piastra 1692 Anno II, Rom.
Ø 45 mm, 32,01 g.   Dav.4102.
Vs.:  INNOCEN· - ·XII·PONTifex·Maximus·Anno·II   -   Brustbild
Vs.:  DEVS PACIS - CONTERET SATANAM   "Der Gott des Friedens vernichtet Satan"
Erzengel Michael schleudert Blitz auf den Teufel. Ganz unten Jz. 1692.


Weitere Erzengel :   Erzengel Gabriel   und   Erzengel Raphael

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