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Hl. Justina von Padua
Festtag: 7. Oktober
auf Münzen von Venedig und Parma



Venedig, Nicolò Da Ponte, 1578-1585 :   Scudo da 8 Lire.     Ø 44 mm, 36,25 g.   Dav.8397.
Vs.:  NIC·DE PONTE· - ·DVX·Sanctus·Marcus·VENETus.  -  Thronender St. Marco segnet den knienden Dogen und überreicht ihm die Herzogsfahne;
im Abschnitt die Signatur *MA·C* (Marco Antonio Contarini, Münzmeister).

Rs.:  MEMOR·ERO·TVI·IVSTINA·VIRGo   "Ich werde mich Deiner dankbar erinnern, Jungfrau Justina!"
Hl. Justina steht v. v. mit Palmzweig und Buch, von Schwert ins Herz getroffen,
dahinter der hl. Markuslöwe; im Abschnitt die Wertangabe 160 Soldi.



Venedig, Paolo Renier, 1779-89 :   Ducatone (124 Soldi) o. J. (um 1779)     Ø 43 mm, 27,87 g.
Vs.:   ¤ Sanctus·Marcus·Venetus·PAVL·RAINERIVSV·DVX·     Doge kniet nach l. mit Banner vor dem geflügelten Markuslöwen, im Abschnitt die Signatur *B·C* (Benetto Capello, Münzmeister).
Rs.:   ¤MEMOR·ERO·TVI·IVSTINA·VIRGO¤   -   Hl. Justina steht v. v. mit Palmzweig und Buch, von Schwert ins Herz getroffen, dahinter zwei Schiffe auf See.


Die christliche Jungfrau Justina aus der norditalienischen Stadt Padua soll von Marcus Aurelius Valerius Maximianus, dem von 286 bis 310 regierenden und meist in Mailand residierenden Mitkaiser Diokletians, um das Jahr 300 wegen ihrer standhaften Glaubenstreue zum Tode verurteilt worden sein. Die Heilige, die ein allzueifriger Soldat, noch bevor sie dem Henker übergeben werden konnte, mit seinem Schwert durchbohrte, wurde am Prato della Valle, der heute im Stadtzentrum, ehemals aber in einer Vorstadt Paduas lag, begraben.
Gemäß dem Zeugnis von Venantius Fortunatus wurde die Jungfrau Justina bereits im 4./5. Jahrhundert in Padua verehrt und im 6. Jahrhundert wurde über ihrem Grabe eine Basilika errichtet. Im 8./9. Jahrhundert entstand dann neben dem Gotteshaus ein Kloster, das von den Hunnen zerstört und von Benediktinern wieder aufgebaut wurde. 1419 gründete der Abt Ludovico Barbo hier die Benediktiner-Kongregation von Sta Giustina, die nach 1505 die "Cassinensische Kongregation" genannt und zur treibenden Kraft der benediktinischen Reformation in Italien wurde. Die heutige Kirche Sta Giustina, in der Gemälde von Veronese und Giordano zu sehen sind, stammt in ihrer gegenwärtigen Gestalt mit acht Kuppeln in byzantinischem Stile erst aus dem Jahre 1606. Das zur gleichen Zeit vergrößerte Kloster hob Napoleon 1810 auf. Es diente dann während rund einem Jahrhundert militärischen Zwecken und wurde erst im Jahre 1919 wieder von Benediktiner-Mönchen aus Praglia bezogen.
Padua gehörte zur Regierungszeit des Dogen Marino Grimani zur venezianischen Terra ferma, dem Landbesitz der Seerepublik auf dem italienischen Festland. Seine Heilige, Sta Giustina, genoß in Venedig besondere Verehrung, weil die Seeschlacht von Lepanto, in welcher 1571 eine von Don Juan d'Austria befehligte, vereinigte Flotte christlicher Staaten über die Türken siegte, an ihrem Festtage gewonnen wurde. Venezianische Münzen mit der Sta Giustina, die in langem Kleid und Mantel mit Schwert, Buch und Palmzweig, seltener auch noch mit einer Krone dargestellt wird, wurden erstmals unter dem Dogen Alvise Mocenigo (1570-1577) geprägt. In Anspielung auf die Schlacht gegen die osmanische Flotte, in der venezianische Kriegsgaleeren eine entscheidende Rolle gespielt hatten, zeigen die Münzen die Heilige zusammen mit Schiffen auf dem Meere.
Hans Herrli, MünzenRevue 10/1991, S.1131f
Siehe auch heiligenlexikon.de.



Hzm. Parma, Ferdinando di Borbone, 1765-1802 :   5 soldi 1792.     Ø 18? mm.
Vs.:   FERD·I·H·I·D·G·PLAC·P.V·D·1792  -  gekrö. Wappen zwischen D - G.
Rs.:   S·IVSTINA - PROT·PLAC  -  Hl. Justina mit Palmzweig, Wertangabe im Abschnitt.

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