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St. Jodokus   (auch Jodok, Jodocus)
Festtag: 13. Dezember
auf Münzen von Jever



Herrschaft Jever, Fräulein Maria, 1536-1575 :
Taler o. J., Jever, (Jodocustaler).     Ø 42 mm, 26,91 g.   Dav.9333.
Vs.:   MA·GEBO:DOC·V·FR·THO:IE·RV·O·V·WA
"Maria geborene Dochter und Fräulein zu Jever, Rüstringen, Östringen und Wangerland"
Wappentier der Herrschaft Jever

Rs.:   SANCTVS:IODO - CV - S:MARTIR·   "St. Joducus Märtyrer"
der Hl. Jodocus als Ritter mit Schwert und Fahne (ohne Heiligenschein).


Es ist eine historisch belegte Tatsache, daß der Hl. Eligius 636/37 den Merowingerkönig Dagobert I. mit dem Hl. Judicaël, einem Bretonenfürsten, mit dem er im Streite lag, aussöhnte. Die Legende berichtet, daß Judicaël im Jahre 640 seinem Thron entsagte, um in ein Kloster einzutreten und daß sein Bruder und Thronfolger Jodokus (deutsch auch Jobst oder Jost, französisch Josse oder Just, niederländisch Joos) sich Amt und Würde durch die Flucht entzog. Jodokus lebte dann als Priester bei Graf Heimo von Ponthieu, um 644 als Einsiedler in Brahic, 652 als Priester an der St. Martins-Kapelle in Runiac und 665 wieder als Einsiedler an der Stelle der späteren, nach ihm benannten Benediktinerabtei von St. Josse-sur-Mer bei Montreuil. Nach einer Pilgerfahrt nach Rom nahm St. Jodokus das Eremitenleben in Runiac wieder auf. Der Einsiedler, "anzusehen wie ein Engel", starb 669 und noch 40 Jahre später soll sein Leib im Grab gelegen haben "als ob er noch lebe".
Reliquien des Hl. Jodokus wurden, außer in St. Josse, auch in der englischen Abtei Hyde bei Winchester und in der St. Jodokuskirche in Landshut aufbewahrt. Im 9. Jahrhundert verbreitete sich die Verehrung des Heiligen, ausgehend von den Klöstern Prüm und St. Maximin in Tier über ganz Deutschland. St. Jodokus ist einer der Patrone der Haustiere, doch hilft er vor allem gegen Krankheiten und besonders gegen den Schwarzen Tod, die gefürchtete Pest. Im Mittelalter war der Hl. Jodokus daher auch der Patron vieler Siechenhäuser.
Üblicherweise wird der Heilige, ähnlich wie St. Sebald oder St. Jakob der Ältere, mit dem er häufig gemeinsam verehrt wurde, als Pilger dargestellt. Die Münze aus Jever nennt St. Jodokus einen Märtyrer, was im üblichen Sinne des Wortes nicht zutrifft, und sie zeigt einen gerüsteten und gewappneten Ritter mit Fahne, ein Bild, das wahrscheinlich St. Jodokus als Prinzen darstellen soll.
Hans Herrli, MünzenRevue 12/1989, S.1195
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.

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