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Ks. Heinrich II., der Heilige und die Hl. Kunigunde
Festtag: 13. Juli (Kunigunde nur in Bamberg: 3. März)
auf Münzen von Bamberg



Bistum Bamberg, Georg III. von Limpurg, 1505-1522:
Goldgulden 1507, Bamberg.     Ø 22 mm, 3,20 g.   Friedb.157.
Vs.:   MONEta.AVRea.GEORGI.EPIscopus.BAMBErgensis·1507     (Λ = gotische 7)
Stifts- und Familienschilde (Bamberg und Limpurg) nebeneinander, darüber Krone.

Rs.:   Sanctus:HEInRICVS - IMPERATor
Nimbierter Ks. Heinrich II. mit Reichsapfel und Szepter von vorn.



Bistum Bamberg, Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg, 1683-1693:
Taler 1691.     Ø 43 mm, 28,89 g.   Dav.5063.
Vs.:   MARQVARD·SEBASTIAN.Sacri.Romani.Imperii.PRINCEPS,EPiscopus.BAMBERGensis·
Kaiser Heinrich II., der Heilige, und seine Gemahlin, die Hl. Kunigunde,
halten ein Modell des von ihnen gestifteten Bamberger Doms, in dem sie auch begraben sind.
Darunter das gekrönte Stiftsschild, besteckt mit Kreuz- und Krummstab.

Rs.:   CLYPEVS OMNIBVS IN - TE SPERANTIBVS·   "(Ein) Schild allen, die auf dich hoffen."
Madonna mit Kind und Zepter auf Mondsichel in Flammengloriole.


Heinrich wurde am 6. Mai 973 als Sohn des Bayernherzogs Heinrich II., genannt der Zänker, in Hildesheim geboren und in Regensburg erzogen. Im Jahre 995 folgte er seinem Vater als Herzog von Bayern, 1002 wurde er deutscher König, 1004 erhielt er die italienische Krone und 1014 krönte ihn Papst Benedikt VIII. zum römischen Kaiser. Heinrich II. setzte sich die Wiederherstellung des alten Frankenreiches zum Ziele und 1004 gelang ihm auch die Erneuerung der Reichsmacht in Italien. Der Kaiser, der die Reichskirche durch eine sorgfältige Auswahl der Bischöfe förderte, gründete auch verschiedene cluniazensische Reformklöster, er stellte das Bistum Merseburg wieder her und errichtete das Bistum Magdeburg als Zentrum der Mission unter den Slawen.
Im Jahre 999 heiratete Heinrich Kunigunde, die Tochter des Grafen Siegfried von Luxemburg, die später während der Abwesenheiten des Kaisers oft als Regentin für ihn eintrat und die ebenfalls durch ihre Förderung religiöser Werke bekannt wurde. Nach dem Tode Heinrichs, der am 13. Juli 1024 starb, zog sich Kunigunde in das von ihr gestiftete Benediktinerinnen-Kloster Kaufungen bei Kassel zurück, wo sie an einem 3. März zwischen 1033 und 1039 starb. Kaiser Heinrich II. wurde bereits im Jahre 1146 heiliggesprochen, Kunigunde im Jahr 1200 und 1201 wurden die Gebeine der Kaiserin in den Dom von Bamberg überführt, wo bereits ihr Mann seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Rund 300 Jahre später schuf dann der berühmte Bildhauer Tilman Riemenschneider dort sein eindrucksvolles Grabmal für das Kaiserpaar.
Kaiser Heinrich II., der Heilige, der Patron des Bistums Bamberg und von Basel, wird gewöhnlich in voller Rüstung und mit einem Reichsapfel oder einem Kirchenmodell in der Hand dargestellt. Die Hl. Kunigunde erscheint oft an der Seite des Kaisers, manchmal aber auch allein mit einer Pflugschar. Dieses Attribut erinnert daran, daß Kunigunde, die des Ehebruchs bezichtigt wurde, sich einst einem Gottesurteil unterwarf und dabei unversehrt über glühende Pflugscharen ging. Wie ihr Gemahl gilt Kunigunde als Schutzheilige von Bamberg, aber auch der schwangeren Frauen und der Kinder.
Formale Heiligsprechungen gehörten schon immer auch zu den Werkzeugen päpstlicher Politik, und die Heiligen treten daher zu gewissen Zeiten und in gewissen Gebieten gehäuft auf. Dennoch ist die große Zahl von Heiligen, die Kaiser Heinrich II. zu Lebzeiten umgab, erstaunlich. Heinrich war mit der Hl. Kunigunde verheiratet, doch zählen aus seiner nächsten Verwandtschaft auch seine Schwester Gisela, sein Schwager Stephan I. von Ungarn, sein Neffe Emmerich und sein Vetter Gunther zu den Heiligen. Ebenfalls mit dem Kaiser verwandt waren die Hl. Hemma von Gurk und der Hl. Meinwerk, der Bischof von Paderborn. Ein Lehrer Heinrichs war der Hl. Wolfgang, und er wurde 1002 in Paderborn vom Hl. Willigis, dem Bischof von Mainz, zum deutschen König gekrönt. Zum Freundeskreis des Kaisers zählten u. a. die Heiligen Egilbert, der kaiserliche Kanzler und Bischof von Freising, Hartwig, der Erzbischof von Salzburg und Godehard, der Bischof von Hildesheim, nach dem der St. Gotthard-Paß in der Schweiz benannt wurde.
Hans Herrli, MünzenRevue 7/1989, S.646
Siehe auch zu Heinrich II. heiligenlexikon.de
und zu Kunigunde heiligenlexikon.de.



Bistum Bamberg, Lothar Franz von Schönborn, 1693-1729:
Batzen zu 4 Kreuzer 1700.     Ø 24 mm, 1,89 g.
Vs.:  ·LOTHAR·FRANC·Dei·Gratia·Archicancellatius·&Elector·Moguntinensis·Episcopus·BAMBergensis·17 - 00
"Lothar Franz, von Gottes Gnaden Erzkanzler und Kurfürst von Mainz, Bischof von Bamberg"
Im Schild die Wappen Bamberg/Mainz/Reigelsberg/Heppenheim/Mainz/Bamberg und
das Schönborner Herzschild.

Rs.:   Sanctus·HEINRICVS·IMPERATOR·

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