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Hl. Elisabeth von Thüringen
Festtag: 19. November
auf Münzen von Thüringen, Hessen, Deutscher Orden



Zur Lebenszeit der Elisabeth (1207-31), der späteren heiligen Elisabeth:
Ludwig IV. der Heilige, 1217-27, und seine Gemahlin Elisabeth von Ungarn (1207-31) :
Brakteat 1227,     Ø 39 mm, 0,61 g,     geprägt in der landgräflich
thüringischen Münzstätte Kassel vor seinem Aufbruch zum Kreuzzug in das Heilige Land.

Landgraf mit Barett und Schwert, auf der Brust das Kreuzzeichen, thront
neben seiner Gemahlin mit Schleier, Zepter und Reichsapfel.
Die Rückseite des einseitig geprägten sehr dünnen Bleches zeigt einen groben inkusen
Abdruck der Vorderseite.


Elisabeth, die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und der Gertrud von Andechs-Meran, wurde im Jahre 1207 geboren und aus politischen Gründen schon im Alter von vier Jahren mit dem späteren Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen verlobt und auf die Wartburg gebracht. Die 1221 geschlossene Ehe wurde sehr glücklich, doch starb der Landgraf, der am Kreuzzug Friedrichs II. teilnehmen wollte, schon 1227 in Brindisi, wahrscheinlich an der Pest. Elisabeth, die bereits während ihrer Ehe die Armen und Hungernden großzügig, oft fast verschwenderisch unterstützt hatte, wurde von ihrem Schwager, Heinrich Raspe, mit ihren 3 Kindern von der Wartburg vertrieben und erst auf Betreiben von Papst Gregor IX. erhielt sie ihr Witwengut ausgehändigt. Von ihrem Beichtvater, dem fanatischen und sadistischen, 1233 von Adligen erschlagenen Inquisitor Konrad von Marburg wurde Elisabeth in die von ihm geleitete Hospitalitergemeinschaft aufgenommen und 1229 gründete sie in Marburg das Franziskus-Hospital, in dem sie selber als Pflegerin arbeitete. Erst 24jährig starb die Landgräfin am 17. November 1231 und schon am 27. Mai 1235 wurde sie heiliggesprochen. Im gleichen Jahre wurde in Marburg auch mit dem erst 1285 beendeten Bau der hochgotischen Elisabethenkirche begonnen, in welche die Gebeine der Heiligen 1249 überführt wurden. Um dem Kult seiner Ahnin, deren Schrein zum Ziel großer Pilgerscharen geworden war, ein Ende zu setzen, entfernte der lutheranische Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen die Reliquien im Jahre 1539. 1548 mußte er sie zwar wieder herausgeben, doch sind sie seither bis auf das Haupt der Heiligen, das sich heute in der Elisabethinnen-Kirche zu Wien befindet, verschollen.
Die hl. Elisabeth von Thüringen ist die Patronin der nach ihr benannten Ordensgemeinschaften, der Caritas und der Wohltätigkeitsvereine, der unschuldig Verfolgten, Bettler, Witwen und Waisen, aber auch der Bäcker.
Dargestellt wird die Heilige meist als Fürstin mit Krone, oft mit einem Modell der Marburger Elisabethenkirche, häufiger aber Almosen, Brot, Fische oder Wein austeilend. Die zahlreichen Wunder, welche sich sowohl während der Lebenszeit Elisabeths als auch an ihrem Grabe ereignet haben sollen, wurden zu beliebten Motiven der Maler, denen es in neuerer Zeit und vor allem seit der Romantik das erst seit dem 15. Jahrhundert bekannte Rosenwunder angetan hat. (Die Legende erzählt, daß Elisabeth den Hungernden gegen den Willen ihres Gatten Speisen brachte. Als dieser einmal nachsah, hatten sich die Brote, die seine Gattin in einem Korb oder ihrer Schürze trug, in Rosen verwandelt. Die Geschichte ist völlig unhistorisch, denn in Wirklichkeit war Landgraf Ludwig durchaus nicht gegen die wohltätigen Unternehmungen Elisabeths eingestellt.)
Hans Herrli, MünzenRevue 11/1991, S.1286f
Siehe heiligenlexikon.de , Wikipedia
und N. Klüssendorf: Die heilige Elisabeth im hessischen Münzbild. In: Abhandl. der BWG 56, 51-89.



Hessen, Wilhelm II., 1493-1509 :   Albus 1502, Kassel.     Ø 26 mm, 2,51 g.
Vs.:   +WILHELM:D:G:LANTGRAV:HASSIE     Hessischer Löwe blickt nach links.
Rs.:   ºGLORIA:REIPVBLICE:1502¤     "Stolz des Vaterlandes"
Großes Brustbild der Hl. Elisabeth, gekrönt und nimbiert, in Händen ein Kirchenmodell,
dahinter gotisches Gehäuse.



Hessen, Wilhelm II., 1493-1509:   Guldengroschen 1502, Kassel.
Ø 38 mm, 28,74 g.   Dav.9267.
Vs.:   +WILHELMVS:D:G:LANTGRAVIVS:HASSIE
Der gekrönte hessische Löwe im schlichten französischen Schild.
Rs.:   GLORIA:REI - PVBLICE:1502·     "Stolz des Vaterlandes"
Die hl. Elisabeth frontal stehend, mit Witwenschleier, Krone und Heiligenschein, einem Modell der Marburger Elisabethkirche auf dem rechten Arm.
Der Guldengroschen wurde 1500 in Sachsen eingeführt. Dies ist die zweitälteste Ausprägung dieser Münzsorte.



Hessen, Wilhelm II., 1493-1509 :   Goldgulden, 1506, Kassel.     Ø 23 mm, 3,26 g.
Vs.:   WIL'° - °D:G' - °LAn'° - °hAS'     Der hessische Löwenschild, umgeben von den Wappenschilden der Grafschaften Katzenelnbogen (oben), Nidda (r.), Diez und Ziegenhain (l.), umher Vierpaß
Rs.:   DEVM:SOLVm - ADORABis:1506     "Gott allein sollst du anbeten"
Die heilige Elisabeth genau wie vor in einem faltenreichen Gewand, zu ihren Füßen sitzt ein halb bekleideter Bettler, der ihr die Hände entgegenstreckt, umher gotischer Zierkreis.
Dies ist die erste Goldmünze Hessens. Ks. Maximilian hatte 1503 Hessen das Privileg zur Goldprägung erteilt.



Hessen, Philipp der Großmütige, 1509-67 :   Albus 1510, Kassel.     Ø 24 mm, 1,51 g.
Vs.:   PHILIP - D:G:LAN:HAS   Titel des Münzherren und Hüftbild der hl. Elisabeth über Wappen.
Rs.:   MONET:NOVA:RENENSIS:1510     Wappen der vier rheinischen Kurfürsten in Blumenkreuz.
1509 war Hessen dem rheinischen Münzverein beigetreten. Damit verbunden war die Pflicht zur Einhaltung gemeinsamer Vorschriften über Gewicht, Feinheit und Aussehen der Vereinsprägungen.



Deutscher Orden, Clemens August von Bayern, 1732-61 :
Halbtaler 1750, Nürnberg.     Ø 33 mm, ca. 15 g.
Vs.:   CLEM·AUG·Dei·Gratia·ARchi·EPIScopus·&·ELector·COLoniensis· Magni·MAGisterii·Per·BORussiam·ADMInistrator·&·SUPRemus·MAGister·Ordinis·Teutonici· EPiscopus·Hildesiensis·Paderbornensis·Monasteriensis·&·Osnabrugensis·Utriusque·Bavariae·Dux
Gekröntes Monogramm zwischen Zweigen.
Rs.:   S·ELISABETHA PATRONA ORDINIS TEUTONICI·
Die hl. Elisabeth, Schutzheilige des Deutschen Ordens, bei der Brotspende.
Clemens August von Bayern war zu dieser Zeit Kurfürst und Erzbischof von Köln, Fürstbischof von Hildesheim, Paderborn, Münster, Osnabrück (daher "Monsieur des cinq églises") sowie "Verwalter des Hochmeistertums in Preußen" und Hochmeister des Deutschen Ordens. Auf der Münze musste sein Titel auf Anfangsbuchstaben gekürzt werden.

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