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St. Eligius
Festtag: 1. Dezember
auf Münzen der Merowinger



Merowingerreich :   Triens, Paris, Münzmeister ELIGIVS.   Ø 12 mm, 1,24 g.
Kopf n. rechts. // Kreuz über Omega.
Bei dem auf diesem Typ genannten Münzmeister ELIGIVS dürfte es sich mit ziemlicher Sicherheit um den am Hofe der Könige Chlothar II. (584-628) und Dagobert (628-639) tätigen und später heilig gesprochenen Eligius, Schutzpatron der Goldschmiede und Münzmeister, handeln. Die Pariser Münzen sind wohl vor seiner Ernennung zum Bischof von Noyon im Jahre 641 geprägt worden.



Merowingerreich, König Dagobert I., 629-639 :
Triens, Prägestätte PALATIVM (Paris), Münzmeister ELIGIVS.   Ø 12 mm, 1,35 g.
Vs.:   [DAGOBERTV]S REX - Brustbild Dagoberts mit Diadem
Rs.:   [+MONETA] PALATI+ - Kreuz (Christusmonogramm) über zwei Stufen, zu den Seiten EL - ICI.



Merowingerreich, König Dagobert I., 629-639 :
Gold-Tremissis aus der Münzstätte Marseille, geprägt ca. 629-634   Ø 14 mm.
Vs.: Brustbild des Königs + DAGOBERTUS. // Rs.: Lateinisches Kreuz + (ELE)GIUS MO(NETARIUS).

Das abgebildete kleine Goldstück zeigt nicht das Bild des Hl. Eligius, sondern ein Brustbild des fränkischen Königs Dagobert I. aus der Dynastie der Merowinger. Die Münze wurde aber in einer Münzstätte geprägt, deren Leiter der Monetar und spätere Heilige Eligius war, und sie trägt auf der Rückseite seinen Namen und seine Amtsbezeichnung "ELEGIUS MONETARIUS".
Eligius (auf Münzen auch Elegius und Elicius, franz. Eloi) kam um 590 in Chaptelat bei Limoges als Sohn einer gallo-römischen Familie zur Welt. Schon als Knabe wurde er bei Abbo, einem Goldschmied und Vorsteher der königlichen Münzstätte in Limoges, in die Lehre gegeben. Ein anderer Münzmeister, der königliche Schatzmeister Bobbo, empfahl den jungen Goldschmied an König Chlotar II. (584-629), für den Eligius zwei Thronsessel nach einem Entwurf des Herrschers anfertigte. Seiner Kunstfertigkeit, aber auch seiner Ausbildung in einer Münzwerkstätte, verdankte Eligius die Berufung zum Leiter der königlichen Münzstätte in Marseille, dem Orte, wo auch unser Tremissis herstammt. Als Münzmeister kaufte Eligius, der als Favorit der merowingischen Herrscher über beträchtliche Einkünfte verfügte, in Marseille ohne Rücksicht auf ihre Religion römische, gallische, britische, maurische und sächsische Sklaven in großer Zahl frei.
Für König Dagobert schuf Eligius prächtige Goldschmiedearbeiten für die Grabmäler des Hl. Dionysius (franz. St. Denis) und des Hl. Martin von Tours, und ihm wird auch das Grabmal für den Hl. German in der berühmten Pariser Kirche St. Germain des-Près zugeschrieben.
Eligius, der bereits 632 die Abtei Solignac in der Nähe von Limoges und ein Nonnenkloster in Paris gestiftet hatte, wurde im dritten Regierungsjahr des neustrischen Königs Chlodwig II. am 13. Mai 641 zum Bischof von Noyon geweiht. Seine ungewöhnlich große Diözese, die hauptsächlich noch von heidnischen Friesen und Sueben und Angehörigen halbbarbarischer Völker bewohnt wurde, umfaßte außer Noyon auch das Vermandois, Tournai, Courtrai, Gent und Flandern. Eligius soll auch in seiner neuen Stellung wieder zahlreiche Klöster und Kirchen gegründet haben, doch ist aus seiner Zeit als Bischof kaum viel mehr als seine Teilnahme am Konzil von Chalon-sur-Saône sicher belegt.
St. Eligius, der am 1. Dezember des Jahres 660 starb, ist der Patron von Noyon, Limoges und Flandern und der Schutzheilige der Goldschmiede, Münzer und anderen Metallarbeitern, aber auch der Hufschmiede, weil er noch nach seinem Tode ein ihm gehörendes, lahmendes Pferd in wunderbarer Weise heilte.
Die erste Biographie des Heiligen schrieb sein Freund St. Ouen, Bischof von Rouen, doch ist leider nur eine weniger zuverlässige Fassung aus karolingischer Zeit auf uns gekommen.
Hans Herrli, MünzenRevue 12/1989, S.1194
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.

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