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Der selige Bernhard
Festtag: 15. Juli
auf Münzen von Baden


Markgrafschaft Baden, Christof I., 1475-1515/27:   Schilling 1513.     Ø 22 mm, 1,61 g.
Vs.:   +MONEta·nOVA·BADEnSIS·1513     Quadriertes baden-sponheimisches Wappen.
Rs.:   BEATus·BERn - A - RD·mARChio     "Seliger Bernhard Markgraf"
Bernhard in Rüstung mit Fahne und badisches Schild von vorne stehend. (Henkelspur am Kopf.)


Markgraf Bernhard II., der 1428 oder 1429 als Sohn des Markgrafen Jakob I. von Baden auf Schloß Hohenbaden geboren wurde, stand fast während seines ganzen Lebens im Schatten seines Vaters und seines Bruders Karl. Mit ihnen nahm er im Jahre 1442 in Frankfurt an der Wahl des Herzogs Friedrich von Österreich zum deutschen König, 1445 in Konstanz an den Friedensverhandlungen der Eidgenossen mit Zürich und Österreich und 1449 am Kriege der oberdeutschen Fürsten gegen die verbündeten schwäbischen und fränkischen Städte, an der Belagerung von Esslingen und der Schlacht auf den Fildern teil.
Als Jakob I. am 13. Oktober 1453 im Jagd- und Wasserschloß Mühlburg (heute ein Stadtteil von Karlsruhe) starb, fiel die Herrschaft über sein Land gemäß Testament an Karl und Bernhard, seine beiden ältesten Söhne. Bernhard regierte sein Land von seiner Hauptstadt Pforzheim aus, doch fehlte dem auf Ausgleich und Frieden bedachten Fürsten die nötige Härte, um sich in den ständigen politischen und familiären Auseinandersetzungen auf Dauer erfolgreich behaupten zu können.
Bereits am 10. August 1454 wurden daher die Verhältnisse im Hause Baden neu geordnet: Gegen eine Jahresrente von 500 Gulden verzichtete Markgraf Georg zugunsten seiner älteren Brüder auf sein Erbe im Gebiete um Durlach, Ettlingen, Mühlburg, Stafford und Graben und Bernhard übertrug die Herrschaft in seinem Landesteil auf zehn Jahre an seinen Bruder Karl. Jeder Regierungsverantwortung ledig trat Bernhard dann als Söldnerführer und Diplomat in den Dienst des Kaisers Friedrich III. Auf einer Gesandtschaftsreise zur Planung eines Kreuzzuges gegen die Türken starb Bernhard am 15. Juli 1458 in Moncalieri bei Turin. In der Kollegiatstiftskirche Santa Maria della Scala zu Moncalieri wurde er auch begraben, doch gelangten Reliquien des Markgrafen später in seine Heimat, in die Bernharduskapelle unterhalb der Ruinen des Schlosses Hohenbaden.
Weil sich an seinem Grabe eine Reihe von wunderbaren Heilungen ereignete, wurde Bernhard im Jahre 1769 seliggesprochen. Der selige Bernhard ist Patron der Jugend und der Männer, von Baden und, zusammen mit St. Konrad von Konstanz, des Erzbistums Freiburg im Breisgau. Er wird, z. B. in einer Brunnenstatue aus dem Jahre 1770 auf dem Markplatz in Rastatt, als gerüsteter Ritter mit einer Kreuzfahne und einem Schilde mit dem Wappen von Baden dargestellt.
Hans Herrli, MünzenRevue 7+8/1995, S.53

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