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St. Barnabas
Festtag: 11. Juni
auf Münzen der Münzstätte Villingen


Fürstenberg, Gft., Anonym: Vierzipfeliger Pfennig o.J. (um 1300), Villingen.
16x16 mm, 0,35 g.
Kopf des Stadtpatrons St. Barnabas.


Die Apostel gaben den hebräischen Namen Barnabas einem aus Zypern stammenden Leviten namens Josef. Die Bedeutung des Namens ist umstritten; sie wird von der Wissenschaft mit "Sohn der Prophetie" oder "Sohn des Nebo", in der Apostelgeschichte aber als "Sohn des Trostes" angegeben. Barnabas, den die Legende zu den 72 Jüngern Jesu zählt, soll der Neffe der Maria, bei der Jesus das letzte Abendmahl abhielt, und der Vetter des Markus (der eigentlich Johannes hieß) gewesen sein. In der christlichen Urgemeinde war er für seine Freigiebigkeit - er verkaufte seinen Acker und übergab Petrus den Erlös -, aber auch für seine Fähigkeit, Trauernde zu trösten und für seine hellseherischen Gaben bekannt.
Es war Barnabas, der seinen Freund Paulus bei den Aposteln einführte. Er begleitete Paulus auf dessen erster Missionsreise, war anwesend beim Apostelkonzil in Jerusalem und ging dann mit seinem Vetter Markus nach Zypern. Bis auf einige Andeutungen in der Apostelgeschichte, die vermuten lassen, daß er auch später noch mit Paulus in Korinth zusammenarbeitete, enden hier die verläßlichen Angaben über das Leben des Barnabas. Nach der Barnabas-Legende, die sich vor allem im 3. bis 5. Jahrhundert entwickelte, wurde der Heilige im Jahre 61 im ostzyprischen Salamis von den Juden zu Tode gesteinigt. Vorher soll er aber noch im ägyptischen Alexandria und in Italien missioniert und nach einer Predigt in Rom St. Klement, der später der dritte Nachfolger Petri auf dem römischen Bischofsstuhl wurde, getauft haben. Noch unwahrscheinlicher ist die Angabe, daß Barnabas Bischof von Mailand wurde und dort die Kirche S. Eustorgio gründete.
Als im 5. Jahrhundert eine Welle von Entdeckungen von Reliquien durch die Christenheit ging, wurde während der Regierungszeit des byzantinischen Kaisers Zeno (474-491) in Zypern auch das Grab des Barnabas gefunden. Angeblich lag auf der Brust des Heiligen noch die unversehrte Urschrift des Matthäus-Evangeliums, mit dem er Kranke durch Auflegen heilte. Heute wird ein Kopfreliquiar des heiligen Barnabas in der Kirche St. Sernin in Toulouse aufbewahrt.
St. Barnabas, einer der Patrone der Weber und Faßbinder, diente verschiedenen Künstlern als Motiv für ihre Arbeiten; recht bekannt ist das von Paolo Veronese um 1562 gemalte Bild im Kunstmuseum von Rouen, auf dem der Heilige mit dem Evangelium in der Hand Kranke heilt.
Hans Herrli, MünzenRevue 10/1993, S.1257
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.

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