Startseite Heilige auf Münzen TOUR:  St. Antoninus von Piacenza


Andreas der Apostel
Festtag: 30. November
auf Münzen von Mantua, Burgund, Dänemark, Schottland, Russland
und des Harzes (St. Andreasberg, Hohnstein, Braunschweig-Lüneburg)
sowie vom Kirchenstaat


Andreas und sein bekannterer Bruder Simon Petrus, der erste Bischof von Rom, waren von Beruf Fischer und stammten, wie die beiden Apostel Johannes und Philippus, aus Bethsaida am See Genezareth.
Andreas war zuerst ein Jünger Johannes des Täufers, bevor er sich Christus, dem er auch seinen Bruder Simon zuführte, anschloß. Als die Apostel in alle Länder ausschwärmten, um das Evangelium zu verkünden, ging Andreas an das Schwarze Meer, nach einigen Überlieferungen auch nach Kurdistan und Georgien, und später ließ er sich in Patras in Griechenland nieder. Hier ließ ihn Neros Statthalter in Achaia verhaften, und weil sich der Apostel standhaft weigerte, den römischen Göttern zu opfern, wurde er am 30. November des Jahres 60 ans Kreuz geschlagen.
Die Gebeine des Heiligen ruhten einst in der Apostelkirche in Konstantinopel, doch wurden sie im Jahre 1208 nach Amalfi überführt, wo sie sich noch immer in der Krypta der im arabisch-normannischen Stil erbauten Basilika S. Andreas befinden. Ein Andreas-Schädel von zweifelhafter Authentizität wurde 1450 auf der Flucht vor den Türken nach Rom und 1964 zurück nach Patras gebracht.
Bis in das 13. Jahrhundert wurde Andreas zumeist barfuß und mit einem T-Kreuz dargestellt, später trägt er das für ihn charakteristische schräge Andreaskreuz und ein Buch. Der Heilige, der bei Krämpfen, Gicht, Rotlauf und Halskrankheiten, aber auch als Vermittler in Liebeshändeln angerufen wird, ist der Schutzheilige von Rußland, Schottland und Griechenland, des Ordens vom Goldenen Vlies und der Gewerbe der Metzger, Fischer und Seiler. Vor allem wurde Andreas aber als Patron der Bergleute bekannt, und nach ihm sind zahlreiche Kirchen, Orte und Bergwerke in Bergbaugebieten benannt.
Hans Herrli, MünzenRevue 11/1989, S.1079
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Mantua, Francesco IV Gonzaga, 1612 :   Ducatone 1612.   Ø 42 mm, 26,65 g.   Dav.3932.
Vs.:   FRAN·IIII·D·G·DVX· (Medaillon) MAN·V·ET·MON·III·
Krone, darin FI - DES. Darunter das Wappen von Mantua umgeben vom Orden des Erlösers,
dessen Medaillon die Umschrift unten teilt.

Rs.:   NIHIL - ISTO - TRISTE RECEPTO   -   St Andreas hält das Kreuz mit der Rechten
und überreicht mit der Linken die Hostienkapsel an den knienden St. Longino;
unter den Füssen St. Andreas, G M (Gaspare Molo) / 1612; im Abschnitt ·120· (Wertangabe).
Der 'Orden des Erlösers des kostbaren Blutes Jesu Christi' wurde 1608 gestiftet von Herzog Vincent von Gonzaga in der Kirche des hl. Andreas in Mantua zu Ehren des in Mantua aufbewahrten Blutes Jesu. An der Ordenskette hängt ein Medaillon, auf welchem zwei Engel eine Hostienkapsel halten. Rund um stand Nihil isto tristo recepto "Er ging bald wieder ein".



Burgund, Hainaut (Gft. südl. von Flandern), Karl der Kühne, 1467-1477 :
Florin d'or de Bourgogne o. J., Brügge.     Ø 22 mm, 3,38 g.
Vs.:   KAROL:- VS:DEI: - GRA:CO: - HIAnO - Kreuz mit aufgelegtem Wappen.
Rs.:   SAnCTVS - AnDREAS   -   St. Andreas steht hinter dem Schräg-Kreuz.
Das Schräg-Kreuz, auch "Andreaskreuz" genannt, wurde mit Astknoten versehen
zum "Burgundischen Kreuz".
Der Apostel Andreas ist der Schutzpatron von Burgund und des Ordens vom Goldenen Vlies.



Dänemark, Frederik I., 1523-33 :   1 Mark 1514, Husum.     Ø 35 mm, 18,62 g.
Vs.:   MOneta ARGEntea·FRE - DERIcus·DVx·hOLsaTia
Behelmtes, vierfeldiges Wappenschild mit den Wappen von Norwegen, Schleswig, Holstein und Stormann und dem oldenburgischen Wappen als Mittelschild.
Rs.:   +DILC[=E]XIT:DominuS: - AnDREAM I5I4   -  
Der hl. Andreas mit Kreuz und Buch hinter dem oldenburgischen Wappen.
Zu Anfang des 16. Jahrhunderts begannen die beiden führenden Städte des Wendischen Münzvereins,
Lübeck und Hamburg, mit der Prägung von Großsilbermünzen in Markwährung.
Benachbarte Münzherren folgten.



Dänemark, Christian III., 1534-59 :   Goldgulden 1536, Roskilde oder Kopenhagen.
Ø 23 mm, 3,18 g.

Vs.:   CRISTIAN·D G - Dux·HOLSACIE:   -   Der hl. Andreas hält Schräg-Kreuz
zwischen der geteilten Jahreszahl 3 - 6, unten Holstein-Wappen (Nesselblatt).

Rs.:   MONeta:NOVA:AVREA:SLEVICNSIS   -   Blumenkreuz mit dem Oldenburger Wappen belegt,
in den Winkeln die Wappen von Holstein (oben), Schleswig (rechts), Stormarn und Norwegen.



Kirchenstaat, Pius VI.; 1775-99 :   Testone 1785 a. XI.     Ø 30 mm, 7,82 g.  
Vs.:   PIVS·SEXTVS - PONT·M·A·XI   -   Wappen, darüber gekreuzte Schlüssel und Tiara.
Rs.:   SANCTVS·PET - RVS·SANCTVS· - ANDREAS·
Stehende Apostel Petrus (mit Schlüssel) und Andreas (vor Andreaskreuz). Jahreszahl im Abschnitt.



Schottland, Robert III., 1390-1409 :
Lion o. J. (um 1390/1403), Edinburgh.     Ø 26 mm, 3,92 g.
Vs.:   +ROBERTVS:DEI·GRA:REX:SCOTORVM (Lilie)  -  Gekröntes Wappen von Schottland.
Rs.:   XPC RE - GnAT XPC - VIn - CIT XPC I
Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat = "Christus (XPC) siegte, regierte (und) herrschte"
St. Andreas steht v. v., dahinter das Schräg-Kreuz angedeutet, zu den Seiten je eine Lilie.



Russland, Zar Peter I. der Grosse, 1682-1725 :
2 Rubel 1721, Moskau, Roter Münzhof.     Ø 20 mm, 4,01 g.
Vs.:   Geharnischtes Brustbild r. mit Lorbeerkranz und umgelegtem Mantel
Rs.:   St. Andreas steht v. v., das Kreuz hinter sich haltend.



Russland, Zarin Katharina I., 1725-27 :
2 Rubel 1726 (im Stempel aus 1725 geändert), Moskau, Roter Münzhof.    Ø 20 mm, 4,08 g.
Vs.:   Gekröntes Brustbild l. mit umgelegtem Mantel
Rs.:   St. Andreas steht v. v. mit Heiligenschein, das Kreuz hinter sich haltend.


Mit dem Erlass einer Bergordnung und Bergfreiheit (mit Vergünstigungen) im Jahre 1521 begann der rasche Aufschwung der Silberförderung am St. Andreasberg im südwestlichen Harz in einem Revier, der den Grafen von Hohnstein gehörte. Eine der Gruben erhielt den Namen Sankt Andreaskreuz weil sich dort vielleicht zwei Silberadern schräg kreuzten. Das Silber wurde vermünzt zunächst in Ellrich, später vorort in der Bergstadt St. Andreasberg. Geprägt wurden Taler (ab 1533) und ihre Teilwerte, alle mit dem Andreasbild auf der Rückseite. Nach dem Aussterben der Grafen von Hohnstein 1593 übernahmen Herzöge von Braunschweig und Lüneburg die Bergwerke und die Prägung von Andreasmünzen.
Siehe: Werner Gutbrod, Die Andreasmünzen aus dem Harz. GN 25 (1990) Nr.138, S.192-195.


Gft. Hohnstein, Volkmar Wolfgang, Wilhelm, Eberwein, Ernst VI., 1552-1554 :
1/4 Taler 1553, Ellrich. Ausbeute der Grube St. Andreas.     Ø 29 mm, 7,02 g.
Zweifach behelmtes Hohnsteiner Wappen  //  Der heilige Andreas steht v. v., das Kreuz vor sich haltend.



Hzm. Braunschweig-Grubenhagen, Philipp II., allein, 1595-1596 :
Reichstaler 1595, Andreasberg, Ausbeute der Grube St. Andreas.
Ø 41 mm, 26,73 g.   Dav.9032.
Vs.:   Von Gottes Gnaden PHILIP HERTZOG ZV BRAVNschweig Vnd Lüneburg
Geharnischtes Hüftbild mit krausem Kragen, Streitkolben und Helm vor sich haltend.
Rs.:  GO - T GIBT - GOT NIMB - T     Der hl. Andreas mit seinem Kreuz hinter dem fünffeldigen Wappen, darauf Reichsapfel mit Wertzahl 24, oben im Feld 9 - 5



Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, Heinrich Julius, 1598-1613 :
Taler 1603, Andreasberg, Ausbeute der Grube St. Andreas.     Ø 41 mm   Dav.6292.
Vs.:   HENRICUS·JULIUS·D·G·Postulatus·EPiscopus·HAlberstadensis·DUX·BRUNsvicensis·ET·Luneburgensis
Mehrfeldiges Wapen, fünffach behelmt
Rs.:   ·HONESTUM·PRO·PATRIA·1603·   "Es ist ehrenvoll für (Mein) Vaterland"
Der hl. Andreas erscheint hier mit seinem seit dem 13. Jahrhundert üblichen Attribut,
dem schrägen Andreaskreuz.



Braunschweig-Calenberg-Hannover, Ernst August, 1679-98, seit 1662 Bf. von Osnabrück :
1/3 Taler Feinsilber nach Leipziger Fuß, 1690, Clausthal.     Ø 30 mm.
Wappen / St. Andreas.



Gft. Moers, Friedrich III., 1417-48 :   Weisspfennig von Falkenberg.
Ø 25 mm, 1,96 g.   Noss 23.
Vs.:   FRED C DE MOIRS Z SVD   -   Hüftbild des hl. Andreas im gotischen Gehäuse.
Rs.:   MONET - A NOVA - VALKB
Im gespitzten Dreipass mit sechs Ringeln in den äusseren Zwickeln der quadrierte Schild Moers/Saarwerden, in den inneren Winkeln die Schildchen von Moers und Saarwerden
und eine dreiteilige Rosette.

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