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Ordenszeichen auf Münzen der Ordenssouveräne
Fortsetzung
Kg. Philipp II. - Spanische Habsburger
Ordensteilung in zwei Zweige - Spanischer Ordenszweig - Österreichischer Ordenszweig zurück zum Anfangsteil (von Philipp der Gute bis Ks. Karl V.) |
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Philipp II., Kg. von Spanien 1556-1598.
1555 sechste Ordenssouverän.
Als 1559 die 23. und letzte Ordensversammlung in Gent ein neues Mitglied gegen den Willen des Souveräns wählte, änderte Philipp II. die Ordensstatuten. Dem Souverän stand nun das alleinige Recht zu, neue Mitglieder in den Orden aufzunehmen. Als Vorwand verwies Philipp auf die Ausdehnung des Ordens in viele Länder, was regelmäßige Ordensversammlungen erschwerte. Der Ritterorden wurde so zu einem Gnaden- oder Verdienstorden des spanischen Königs.
Varianten der Feuereisen mit Stein und Funken auf dem Revers von Philippstalern.
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Carlos I., 1516-1558. 2 Principats (Doppeldukat) 1521, Barcelona. Ø 28mm, 6,9g. Cayón 1459 ; Fr.35 Av.: +IOANA ET CARLOLVS REGES ARAGONVM "Johanna und Karl, Könige von Aragón" Die gekrönten Büsten von Karl und Johanna, dazwischen ein Zepter, darüber ein Feuereisen auf einem Andreaskreuz. Rev.: COMITES BARCINONE·P·V·1521 "Grafen von Barcelona" Krone im Schriftkreis über dem geteilten Wappen: Aragón und Neapel (Jerusalem|Ungarn|Sizilien). Erst 166 Jahre später erscheint ein Ordenssymbol wieder auf spanischen Münzen.
Carlos II., 1665-1700. 8 Escudos 1687, Segovia. Ø 37mm, 27,00g. Calico 145; C.T.14; Cayon 7906; Fr.219 Av.: CAROLVS - II · D · G - Wappen mit Ordenskette, darann das Goldene Vlies. Links: Mz. Aquedukt (Segovia, Walzenwerk) und Monogramm BR (Wardain). Rechts: 8 (Wertangabe) Rev.: HISPPANIARVM·REX·1687 (7 aus 3 im Stempel geändert) |
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Die Souveränität des Ordens war nicht an den Besitz eines bestimmten Landes geknüpft. Laut Statuten ging die Souveränität erblich auf den Chef des Hauses Burgund über, also auf den nächsten Erben in der direkten Linie des Ordensstifters. Hatte der Souverän keinen männlichen Erbe, dann kam die Oberhoheit an den Gatten der Erbin des Toten. So geschah es im Jahr 1477 beim Tod Karls des Kühnen und 1740 beim Tod Karls VI.
Diese territoriale Unabhängigkeit des Ordens wurde wiederholt bestätigt. Als Karl V. 1555 zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf die Niederlande verzichtete, verlieh er ihm durch einen getrennten Abdankungsakt die Ordenssouveranität. Ähnlich behielt sich Philipp II. die Ordenssouveranität vor, als er 1598 die Herrschaft der Spanischen Niederlande an Albert und Isabella abtrat. |
Der "Erzherzog"-Anspruchstitel findet sich als Zusatz auf einer Teilmenge der 1703-4 geprägten Ducatone.
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Fernando VI., 1746-1759. 8 Escudos 1753 J, Lima. Ø 37mm, 26,97g. Calico 717 ; C.T.19 ; Fr.16 Av.: FERDiND·VI·D·G·HISPAN·ET IND·REX - Büste mit Ordenskette vom Goldenen Vlies. Die 5 der Jahreszahl wurde hier versehentlich auf dem Kopf stehend in den Stempel gepunzt. Rev.: INITIUM SAPIENTIAE TIMOR DOMINI "Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang" gekrö. Wappen, Ordenskette mit dem Goldenen Vlies, eingefügt über dem Vlies der französische Orden vom Heiligen Geist. Zeichen J für den verantwortlichen Wardein, 8 als Wertzahl und 2x ĹM für die Münzstätte Lima.
Carlos III., 1759-1788. 8 Escudos 1778 M-PJ, Madrid. Ø 37mm, 27,12g. C./C./T. 8 ; Fr.282 Av.: CAROL·III·D·G· - ·HISP·ET IND·R· - Brustbild mit Goldenem Vlies und Feuerstein als Brosche auf der Brust. Rev.: ·AUSPICE·DEO· - ·IN·UnTROQue·FELIX· "Mit Gott als Beschützer - glücklich in beiden (Welten, die Alte und die Neue)" Gekröntes Wappen, umher Ordenskette. Das Goldene Vlies zwischen den Münzzeichen: gekrö. M (Madrid) & PJ (Wardain).
Joseph (Napoleon) Bonaparte, 1808-1813. 320 Reales, 1810, Madrid. Ø 35mm, 27,02g. Cayon 17887
Isabel II., 1833-1868. 20 Reales 1850, Madrid C.L. Ø 35mm, 26,8g. CCT 163 ; Dav.332 Av.: "Isabella die Zweite, von Gottes Gnaden und nach der Verfassung"
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Ks. Karl VI., 1711-1740. Taler 1716, Wien. Ø 43mm, 29,84g. Voglh.267/1 ; Dav.1035 Av.: CAROL9VI·D·G·RO·IMP.S·A·GER·HISP. - HU BO REX Belorbeertes Brustbild mit Allogeperücke. Drapierter Prunkharnisch mit einem Reichsadler auf der Harnischbrust. Ordenskette mit dem Goldenen Vlies auf der Brust. Rev.: ·ARCHIDVX·AVSTRIÆ·DVX·BVRG·COMes·TYROL·1716 Kaiserkrone über nimbiertem Doppeladler. In den Adlerfängen Schwert (li) und Zepter (re). Gekröntes Brustschild: Kastilien & Neuungarn (oben) und Böhmen & Burgund (unten). Herzschild: Österreich mit dem Erzherzogshut. Darum angelegt die Vliesordenskette mit dem Goldenen Vlies.
Ks. Franz I., 1745-1765. Taler 1751 W-I, Wien. Ø 41mm, 832 fein, 28,08g. Voglh.289; Dav.1152 Av.: FRANCiscus·Dei·Gratia·ROmanorum·Imperator·Semper· - Augustus·GErmaniae·IERodolymarum·Rex· LOtharingiae·Burgundiae·Magnus·Hetruriae·Dux· "Franz, von Gottes Gnaden Römischer Kaiser, immerdar Herrscher, König von Deutschland und Jerusalem (Anspruchstitel), Herzog von Lothringen und Burgund, Großherzog von Etrurien (Toskana)" Geharnischte und drapierte Büste mit Lorbeerkranz und Vliesorden als Brosche auf der Brust. Rev.: IN TE DOMINE – SPERAVI·1751·(Andreaskreuz) "In dich, Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt" Gekrönter Doppeladler mit Schwert und Zepter, auf der Brust gekröntes Wappen: Wappen, oben: Altungarn, Anjou-Neapel, Jerusalem, Aragon Wappen, unten: Anjou, Geldern, Jülich, Bar (2 Fische zwischen Kreuze) Herzwappen: Lothringen | Toskana (6 Pillen) Unter dem Wappenschild das toskanische Ordenskreuz vom Hl. Stephan am Band. Um das Wappenschild gelegt die Vliesordenskette. Im Feld daneben: W - I für die Münzstätte Wien. Erhabene Randschrift: PRO DEO ET IMPERIO und Verzierungen.
Ks. Josef II., 1765-1790. Ordenstaler 1769 A, Wien. Ø 41mm, 28,10g, 833 fein. Voglh.294 ; Dav.1162 Av.: IOSEPH·II·D·G·R·I·S·A· - A (Münzstätte Wien) - COR & HER·R·H·B·&c Belorbeertes Brustbild mit halsfreiem Harnisch und Schulterlamellen. Breite Ordensschärpe, daran der Großstern des königl. ungarischen St. Stephanordens. Darunter die Ordenskette mit dem Goldenen Vlies. Rev.: ARCH·AUST·D·BURG· - LOTH·M·D·HET·1769 Andreaskreuz Kaiserkrone mit flatternden Bändern über nimbiertem Doppeladler. In den Adlerfängen Schwert und Zepter (li) sowie Reichsapfel (re). Brustschild: Ungarn|Böhmen (oben) und Burgund|Toskana (unten). Herzschild: Österreich|Lothringen mit dem Erzherzogshut. Unter dem Brustschild drei Orden: der ungarische St. Stephansorden an der Ordenskette, darunter der Maria Theresienorden am Ordensband, darunter das Goldene Vlies an der Ordenskette. Münzmeisterzeichen IC-SK.
Ks. Franz II., 1792-1806. Kronentaler 1793, Mailand. Ø 41mm, 29,40g, 873 fein. Voglh.307 ; Dav.1390 Av.: FRANCISC·II·D·G·R·I·S·A·GER·HIE·HVN·BOH·REX· Rev.: ARCH·AVST·DVX·BVRG·LOTH·BRAB·COM·FLAN·1793· Stilisiertes burgundisches Astkreuz, dazwischen oben die Kaiserkrone, symbolisch li. die ungarische und re. die böhmische Königskrone. In der Mitte der Feuerstahl, darüber Flammen, darunter angehängt der Feuerstein, von Flammen umgeben, und das Goldene Vlies.
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Literatur:
Charles de Terlinden, Der Orden vom Goldenen Vlies, 1970 Wien. Friedrich Johannes Kalff, Funktion und Bedeutung des Ordens vom Goldenen Vlies in Spanien vom XVI. bis zum XX. Jh. Dissertation, Bonn 1963 Annemarie Weber, Der Österreichische Orden vom Goldenen Vlies - Geschichte und Probleme. Dissertation, Bonn 1971 La Toison d'Or, Catalogue du Exposition, 14.7-30.9.1962, Bruges. |
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1. Ordenszeichen auf Münzen der Ordenssouveräne
zurück zum Anfangsteil (von Philipp der Gute bis Ks. Karl V.)
2. Ordenszeichen auf Münzen der Ordensritter
in Planung
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